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Neue Studie

Jung und selbstbewusst: So tickt die „Generation Z“

Struktur und Sicherheit, das ist den nach 1995 Geborenen wichtig. Was wünschen sie sich noch von der Arbeitswelt? Und worin unterscheiden sie sich von ihren Vorgängern, der Generation X und Y sowie den Babyboomern?

Vernetzt und cool: So sind die unter 25-Jährigen. Foto: Adobe Stock

Vernetzt und cool: So sind die unter 25-Jährigen. Foto: Adobe Stock

Professor Christian Scholz, Universität des Saarlandes. Foto: Verband

Professor Christian Scholz, Universität des Saarlandes. Foto: Verband

München. Am Anfang war die Schallplatte, dann kamen Kassettenrekorder, später MP3-Player. Und heute streamen wir Songs unterwegs aus der Cloud. So, wie sich die Technik zum Musikhören mit der Zeit verändert, formuliert auch jede Generation eigene Ziele, Wünsche und Erwartungen, auch was die Arbeitswelt betrifft.

Zurzeit kommen junge Menschen auf den Arbeitsmarkt, die in der Cloud zu Hause sind. Wie ticken diese jungen Leute, die die Fachwelt „Generation Z“ nennt? Je besser die Betriebe darüber Bescheid wissen, desto größer sind ihre Chancen bei der Nachwuchssuche. Davon ist Professor Christian Scholz, Direktor des Instituts für Managementkompetenz an der Universität des Saarlandes, überzeugt.

Generation Z ist ganz anders als die Babyboomer

Auf dem Kongress „Generation Z – ein Update für die Ausbildung“ der bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände bayme und vbm zeichnete der Wissenschaftler ein Bild der Altersgruppe, die heute am Start ist. Er grenzte sie ab von den zahlenmäßig überlegenen älteren Jahrgängen der Babyboomer (ab 1950er Jahre) sowie den Zugehörigen zur Generation X (Geburtsjahrgänge 1965 bis 1979) und Generation Y (ab 1980).

Die Generation Z ist jung und besonders selbstbewusst, steht noch am Anfang ihrer Karriere. Zu der Gruppe zählt man die Jahrgänge, die nach 1995 auf die Welt gekommen sind. Sie sind mit dem Smartphone bestens vertraut und an den Umgang mit diversen digitalen Medien gewöhnt. „Die Generation Z lernt gerne gemeinsam und kreativ“, so Professor Scholz. Sie besorge sich Informationen weniger aus dicken Lehrbüchern, eher aus dem Internet.

„Struktur, Sicherheit, Wohlfühlen“, diese drei Schlagworte beschreiben die junge Generation nach Ansicht des Wissenschaftlers am besten. Übertragen auf die Arbeitswelt fängt das zum Beispiel beim eigenen Schreibtisch an und reicht bis zu verlässlichen Plänen für Aufgaben und Arbeitszeit. „Das heißt aber beileibe nicht, dass Angehörige dieser Altersgruppe bequem und übermäßig freizeitorientiert sind“, so Scholz. „Sie wollen das ganz einfach trennen.“


Unternehmen, die ebendiese Bedürfnisse bei der Bewerbersuche beherzigten, gelinge es leichter, Stellen zu besetzen. Es lohne sich für Personalabteilungen, ihre Strategie daraufhin abzuklopfen, so der Fachmann.

Eine modernere Ansprache der Jugendlichen sei ebenso wichtig, betonen die Verbände: So finden 80 Prozent der jungen Leute ihren künftigen Job online.

Sie lernen gemeinsam und sind kreativ

Online-Bewerbung und mobile Apps im Recruiting sollten demnach Standard sein. Daneben seien nach wie vor Praktika und Probearbeiten ein wichtiges Instrument, um Nachwuchskräfte zu gewinnen.

Auch die Ausbildung selbst braucht ein Update, um der jungen Generation gerecht zu werden. Das Lernen müsse an die Erfahrungswelten der jungen Menschen anpasst werden. Gleichzeitig müssten die Betriebe den Auszubildenden vermitteln, was an Inhalten erwartet wird und dass „googeln“ allein nicht immer reicht, wenn man sich neues Wissen aneignen will.

Der Automobilzulieferer ZF in Passau hat das Konzept des „digitalen Azubis“ umgesetzt und berichtete darüber auf dem Kongress. Am Standort bildet man vor allem Elektroniker und Mechatroniker aus. Bewerbung, Planung der Ausbildungsstationen, Benotung und Berichtsheft, das alles wird bereits online abgewickelt – und bald durch elektronisches Lernen und webbasierte Trainings ergänzt.

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Die junge Generation will sich etwas leisten. Dafür stehen ihr im Schnitt 472 Euro pro Monat zur freien Verfügung. Die gibt sie gern für Auto oder Wohnung aus. Sparen fürs Alter aber schieben viele auf die lange Bank.

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