Gut bei Kasse

Jugendliche geben 3 Milliarden Euro im Jahr aus


Guck mal hier! Zwei junge Konsumentinnen bei der Qual der Wahl. Foto: dpa

Berlin. Schick wollen sie sein und selbst in kalten Dezembertagen bloß nicht eingemummelt – auch wenn die Mama Stress macht und vor Lungenentzündung warnt: Wenn Mädchen Klamotten kaufen, wissen sie ganz genau, was cool ist und was gar nicht geht.

Die junge Generation von heute hat Kohle wie keine vor ihr – und gibt sie reichlich aus. „Rechnet man Taschengeld und Geldgeschenke an die 6- bis 13-Jährigen zusammen, so stehen ihnen 2,87 Milliarden Euro zur Verfügung“, sagt Ralf Bauer, Studienleiter des Egmont Ehapa Verlags in Berlin, der jährlich die „Kids Verbraucher Analyse“ erstellt.

Eltern spielen die Schlüsselrolle

Es sind sechs Millionen Konsumenten, die längst auf allen Kanälen umworben werden – Facebook, Twitter & Co. inklusive. Im Durchschnitt bekamen sie dieses Jahr 27,18 Euro Taschengeld im Monat, weiß Bauer aus einer groß angelegten Umfrage zu berichten. Der Betrag liegt 10 Prozent höher als im Vorjahr, und natürlich ist er ein Rekordwert.

Neun von zehn Befragten dieser Altersgruppe sparen zumindest einen Teil ihres Geldes: insbesondere auch für das neueste Handy oder den modernsten Computer. 789 Euro liegen dafür im Schnitt auf Sparbuch (82 Prozent) oder Girokonto (16 Prozent) bereit. Und selbst bei den Vier- bis Fünfjährigen haben rund 60 Prozent mehr als 14 Euro im Monat. „Eltern lassen ihre Kinder am Wohlstand teilhaben“, stellt Bauer fest. „Und sie sind zunehmend bereit, Markenwünsche beim Nachwuchs zu erfüllen.“

Wie weit das geht, zeigt jetzt eine Studie des Instituts für Marken- und Kommunikationsforschung an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Oestrich-Winkel nahe Wiesbaden: Zu 80 Prozent geben Mütter ihr Markenbild an ihre Kinder weiter. „Wer Gutenachtgeschichten vom iPad vorliest, muss sich über Markenbindung nicht wundern“, sagt die Autorin der Studie, Dominika Gawlowski. Sie empfiehlt Eltern einen Blick auf die Info-Flut, der ihre Sprösslinge ausgesetzt sind. „Ihnen muss klar sein, dass Medien und vor allem das Internet das Kaufverhalten beeinflussen.“

Auch in die Gegenrichtung läuft intensive Kommunikation, fügt sie hinzu: Meinungsäußerungen in sozialen Medien fließen in die Produktentwicklung ein. „Das kann man niemandem vorwerfen, die Jugendlichen geben ihre Vorlieben ja freiwillig preis.“

Der Soziologie-Professor Klaus Hurrelmann, der die „Shell-Jugendstudien“ leitet, merkt an: „Wer Bestätigung für sein Tun bekommt, muss sich nicht auf Äußerlichkeiten stützen.“ Eltern sollten ihr Kind „zu einer starken Persönlichkeit erziehen“. Hurrelmann fordert ein eigenes Schulfach „Wirtschaft und Konsum“ – und das ab der ersten Klasse.

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Info: Worauf Eltern achten sollten

Professor Klaus Hurrelmann, der Leiter der „Shell-Jugendstudien“, gibt Eltern von Kindern und Jugendlichen diese drei Tipps:

Beim Wocheneinkauf:
Werte im Supermarkt anschaulich machen – also zeigen, wie viel Ware man ganz konkret für wie viel Bargeld bekommt.

Bei Anschaffungen:
Geldplan vereinbaren – etwa dass das Handy zu je einem Drittel durch Sparbuch, Schüler-Job und Eltern-Zuschuss finanziert wird.

Beim Streit um Marken:
Nach Unterschieden zwischen Kult- und No-Name-Produkten fragen.

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