Konjunktur

Jobs, Jobs, Jobs!


Europa leidet – aber bei uns brummt der Stellenmarkt

Luxemburg/Nürnberg. Was für ein Kontrast: EU-weit klettert die Arbeitslosigkeit von Monat zu Monat auf neue Höhen – doch Deutschland hat den niedrigsten März-Wert seit 20 Jahren!

Bundesweit 3,03 Millionen Menschen sind aktuell als arbeitslos registriert, 82.000 weniger als noch im Februar. „Die aktuelle konjunkturelle Schwächephase hat auf dem Arbeitsmarkt kaum Spuren hinterlassen“, berichtet Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit.

Seit 33 Monaten wird es immer besser ...

Es läuft und läuft und läuft: Wenn man die Schwankungen im Jahresverlauf rausrechnet (im Winter sind ja zum Beispiel viele Baustellen dicht), dann ist die Arbeitslosigkeit hierzulande schon seit 33 Monaten praktisch immer rückläufig, um insgesamt 647.000 Menschen.

Besonders krass ist der Unterschied bei der Jugendarbeitslosigkeit – die für den sozialen Frieden in einem Land als besonders sensible Größe gilt. Nach Berechnung der Luxemburger Statistik-Behörde Eurostat sind von den Erwerbspersonen unter 25 Jahren (also ohne Schüler und Studenten) in Deutschland 9 Prozent auf Jobsuche. Im EU-Schnitt sind es 23. Und in Griechenland sogar eine knappe Mehrheit (siehe auch www.aktiv-online.info/athen).

Natürlich sind auch 3,03  Millionen Arbeitslose in Deutschland noch zu viel. Doch dahinter steckt zu einem großen Teil ein Bildungsdesaster. 41 von 100 Jobsuchern haben laut Bundesagentur für Arbeit definitiv keine Berufsausbildung – und weitere 7 von 100 wohl auch nicht, der Sachbearbeiter hat bei ihnen „keine Angabe“ notiert. Übrigens: Studiert haben nur gut 160.000 Arbeitslose.

... und das liegt nicht an der Demografie

Dass die Arbeitslosigkeit sinkt, weil die Einwohnerzahl schrumpft, ist ein populärer Irrtum: „Der demografische Trend in Deutschland zeigt grundsätzlich nach unten, das wird aber noch ausgeglichen“, sagt der Regensburger Wirtschaftsprofessor Enzo Weber. „Ein Grund ist höhere Zuwanderung. Zudem nehmen mehr Menschen, gerade ältere Frauen, am Erwerbsleben teil.“

Laut Bundesagentur für Arbeit stehen dem Arbeitsmarkt 44,9 Millionen Menschen zur Verfügung, 272.000 mehr als 2005.

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