Finanzkrise

Jetzt hilft uns der Euro


Hoch im Kurs: Euro-Werbung in Bratislava (Slowakei). Foto: dpa

Warum die Einheitswährung wichtiger ist als je zuvor

Ein ganzes Land am Rand der Pleite, in nur einem Monat 50 Prozent mehr Arbeitslose – würden Sie zur Zeit gern von isländischen Kronen leben müssen?

Ohne den Euro würde die Finanzkrise auch Deutschland viel härter treffen. Das erklärte Angela Merkels oberster Krisenberater, Professor Ot mar Issing, im AKTIV-Interview. „Viele Betriebe in Süddeutschland waren von heute auf morgen pleite“, erinnert er an die Krise 1992/93, als Italien die Lira um 30 Prozent abwertete – und so Fiat & Co. riesige Wettbewerbsvorteile verschaffte.

Issing: „Ohne den Euro hätte die Finanzmarktkrise, die

jetzt schon anderthalb Jahre anhält, immer wieder auf den Devisenmarkt ausgestrahlt.“

„Europa wäre sonst ein Spielball“

Entsprechende Turbulenzen muss derzeit zum Beispiel Ungarn verkraften. „Solche Länder erfahren gerade, wie kostspielig es sein kann, nicht unter dem Schirm des Euro zu stehen“, beobachtet Joachim Fels, Chefvolkswirt der USBank Morgan Stanley. Und unser ehemaliger Finanzminister Theo Waigel setzt noch eins drauf: „Ein Europa mit 25 bis 30 verschiedenen Währungen wäre ein Spielball der internationalen Finanzwirtschaft und tägliches Spekulationsobjekt der Börsen.“

Dank des Euro steht der Kontinent viel stabiler da. Doch seltsam: Auch zehn Jahre nach dem Start der „Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion“ (und sieben Jahre nach der Bargeld-Einführung) sehnt sich noch jeder dritte Deutsche nach der D-Mark zurück. Und den Währungshütern der Europäischen Zentralbank in Frankfurt vertraut nur jeder zweite, so die Umfragen.

Ein Blick in die Statistik zeigt, wie wichtig der Euro gerade für den Exportweltmeister ist: 43 Prozent der deutschen Ausfuhr bleiben in der Euro-Zone und können von den Unternehmen so ohne jedes Wechselkurs-Risiko abgerechnet werden.

Eine Währung für 16 Länder

Zum Jahreswechsel ist die Euro-Zone schon wieder ein Stück größer geworden, sie reicht jetzt bis an die Grenze der Ukraine: Die 5,4 Millionen Einwohner der Slowakei haben tiefgreifende Reformen mitgetragen, um den Euro in ihre Portemonnaies zu bekommen. Das neue Hartgeld aus dem 16. Euro-Land wird in Kremnica geprägt – in der ältesten Münzfabrik der Welt.

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