Rauchverbote: Schutz oder Schikane?

Jetzt geht die Politik beim Thema Kippen aufs Ganze


Brüssel/Düsseldorf. Schluss mit lustig: „Ich teile vollkommen das Ziel, die Zahl der Raucher zu reduzieren“, applaudiert Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) der EU. Die will die Packung fast komplett mit schockierend bebilderten Warnhinweisen bedecken – und Slim- und Mentholzigaretten verbieten.

Wie lange gibt es die letzten Fluchtorte in Eckkneipen und Raucherklubs noch? Nach Bayern und dem Saarland streicht auch das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen zum 1. Mai die Ausnahmen vom Rauchverbot in Kneipen; auch an Spielplätzen, am Rande der Disco in der Schulaula sowie in Festzelten und Freizeiteinrichtungen ist der Glimm­stengel tabu. Bußgeld: bis zu 2.500 Euro! „Ziel ist eine möglichst rauchfreie Gesellschaft“, sagt der NRW-Landtagsabgeordnete Roland Adelmann (SPD).

Dass unser Staat jährlich 14 Milliarden Euro Tabaksteuer kassiert, ist für die Politiker kein Argument mehr. Sie wollen das Volk vor den Folgen des Rauchens schützen. An denen sterben jährlich bundesweit 110.000, EU-weit 700.000 Menschen. „Jedes Jahr wird eine Großstadt wie Frankfurt oder Palermo ausgelöscht“, proklamiert EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg.

„Rauchverbote tragen dazu bei, dass weniger geraucht wird“, heißt es im Bericht „Nationale Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik“ der Bundesregierung. Immerhin: Zwischen 2001 und 2011 sank die Raucher-Quote bei den 18- bis 25-Jährigen von 45 auf 37 Prozent.

Andererseits geht für viele auch ein Stück Kultur verloren. Der Gastronomie-Verband Dehoga sieht allein in NRW 3.000 Kneipen bedroht: „Die Solidarität, die Opel von allen Seiten erfährt, hätten wir uns für die auch gewünscht.“

Wie weit darf die Politik den Rauchern zu Leibe rücken?

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