Lebensversicherung

Jetzt abschließen?

Schlussverkauf kann private Sparer kalt lassen

Anfang 2012 sinkt der Garantiezins für neu abgeschlossene Lebensversicherungen von 2,25 auf 1,75 Prozent. Da dürfte bald munter zu einer Art Schlussverkauf getrommelt werden, Motto: Jetzt oder nie ... Für Thorsten Rudnik, Vorstand beim Bund der Versicherten, ist klar: Eine Police auf eigene Faust abzuschließen – das lohnt ich heute nicht mehr. Als betriebliche Altersvorsorge dagegen ist die klassische Vorsorgeform durchaus attraktiv. Denn was besagt der Garantiezins eigentlich? Er gibt die Untergrenze für die Verzinsung an. Die gibt’s aber nicht etwa für jeden eingezahlten Euro: Gut 20 Prozent der Beiträge gehen laut Rudnik für Provisionen, Verwaltung und Risikoprämien drauf, nur für etwa 80 Prozent gibt es Zinsen. „Bei schlechteren Versicherern beträgt dieser Anteil manchmal sogar nur 65 bis 70 Prozent.“

Betriebliche Vorsorge lohnt sich

Kleiner Trost: In der Praxis wird der garantierte Mindestzins übertroffen. „Die Gesamtverzinsung in der klassischen Lebensversicherung liegt aktuell im Schnitt bei rund 4,8 Prozent“, so der Branchenverband GDV. Dennoch kann schon bei einem banalen Sparplan mehr rauskommen – weil dabei eben alle Einzahlungen verzinst werden. Und man damit flexibler bleibt: Schließlich wird schätzungsweise jede zweite Lebensversicherung nicht bis zum Vertragsende voll durchgehalten. Rudniks Fazit fürs private Sparen: „Der Abschluss einer kapitalbildenden Lebensversicherung ist derzeit nicht mehr zu empfehlen.“ Ganz anders sieht das aber bei einer betrieblichen Altersvorsorge aus! Hier sind die klassischen Policen durchaus noch eine Alternative. „Zum einen bieten die Versicherer hier häufig sehr günstige Konditionen an“, weiß Rudnik. „Zum anderen können die Beiträge für den Arbeitnehmer sozialabgaben- und steuerfrei bezahlt werden.“

Rentenpolice ist lukrativer

Wer wegen dieser Vorteile mit einer betrieblichen Police liebäugelt, der sollte sich nun ruhig noch den höheren Garantiezins sichern. Allerdings sollte man nicht einfach die kapitalbildende Variante wählen: Lukrativer kann laut Rudnik eine Rentenpolice sein. Man sollte aber am Ende der Laufzeit wählen können, ob man das Geld als Rente oder eben doch auf einen Schlag ausgezahlt bekommt. „Dabei kann die Kombination mit einer Absicherung gegen Berufsunfähigkeit sinnvoll sein.“ Wer außerdem für die Angehörigen vorsorgen will, macht das mit einer Risikolebensversicherung. „Die Bedingungen der Anbieter sind praktisch identisch“, weiß Rudnik, „also kann man Risiko-Policen einfach nach dem Beitrag abschließen.“


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