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Warum eigentlich …

… ist Schweißgeruch für Kunstfasern kein Problem?

Wird es beim Sport anstrengend, sollte aus der Kleidung kein miefiger Schweißgeruch aufsteigen. Textilchemiker Robert Zyschka von CHT in Tübingen erklärt, wie Textilhersteller ihn verhindern.

Sportlich: Speziell behandelte Kunst­fasern verhindern Schweißgeruch. Foto: Adobe Stock

Sportlich: Speziell behandelte Kunst­fasern verhindern Schweißgeruch. Foto: Adobe Stock

Stinkende Sportklamotten? Das muss nicht sein, weiß Textilchemiker Robert Zyschka von CHT. Das Spezialchemie-Unternehmen entwickelt und produziert in Tübingen Hilfsstoffe und Zusätze für die Textil-Industrie.

„Kunstfasern sind leicht, robust und trocknen schnell“, so der Experte. „Ein verschwitztes Baumwollshirt bleibt lange feucht. Ein Funktionsshirt aus Kunstfasern wie Polyester oder Polyamid trocknet wesentlich schneller.“ Die Fasern nehmen nur wenig Dampf und Feuchtigkeit auf, alles verdunstet sofort an der Oberfläche.

Silber-Ionen gegen Schweißgeruch

Das erweist sich beim Geruchsmanagement jedoch als Nachteil: „Auch Geruchsmoleküle werden von den Fasern nicht gebunden und zurückgehalten. Sie entstehen, wenn Bakterien den Schweiß zersetzen.“ Dann riecht das Shirt nach alter Turnhalle.

Abhilfe schaffen Funktionsausrüstungen. Dafür imprägniert man die Stoffe oder Fasern für die Bekleidung im Tauchbad mit Silber-Ionen und einer Bindermatrix. Es lassen sich sogar winzigste Silberpartikel im Spinnprozess direkt in die Fasern einbetten. „Die Silber-Ionen hemmen das Wachstum von Bakterien, da sie den Stoffwechsel blockieren“, erklärt Zyschka. „Das verhindert die Zellteilung und wirkt so der Bildung eines Biofilms auf dem Textil entgegen.“ Gut: Die Silberausrüstung hält mal locker 50 Waschgänge.


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