Globalisierung

Ist in Europa Winter, wird in Australien geerntet


Die weltweite Vernetzung als große Chance

Braunschweig. Gehen wir durch die Geschäfte: Fernseher,  Laufschuhe, Digitalkameras oder Haushaltsgeräte – das Angebot ist riesig, der Wettbewerb sorgt dafür, dass die Preise im Rahmen bleiben. Das liegt zum großen Teil daran, dass deutsche Unternehmen im Ausland herstellen oder zukaufen. Weltweit vernetzte Produktion ist gut für unsere Geldbörse. Das gilt auch für Autos, Traktoren und Maschinen.

Deutschland allein? Das reicht nicht

Von der Globalisierung profitierten viele Metall- und Elektro-Firmen in Niedersachsen. Sie schaffen derzeit viele neue Jobs, weil die Geschäfte vor allem im Ausland brummen. Dazu einige Beispiele.

Überall dort, wo Zucker produziert wird, ist die Braunschweiger Maschinenbauanstalt (BMA) zu Hause.

Weltweit sind in 150 Jahren rund um den Globus unter Braunschweiger Führung rund 450 Fabriken gebaut worden. Heute spezialisiert sich der Mittelständler auf den Bau einzelner Aggregate für die Zuckerherstellung. Geschäftsführer Rolf Meyer: „Vom deutschen Markt allein können wir schon lange nicht mehr leben.“ 

Ähnlich sieht man es auch in Wolfenbüttel beim Landmaschinenhersteller Welger. Geschäftsführer Stefan Lindig: „Südafrika, Neuseeland und Australien sind von uns zuletzt immer stärker bearbeitet worden.“ Wird es in Europa kalt, „werden auf der anderen Seite der Erdkugel unsere Maschinen benötigt“, erklärt der Welger-Chef. Auf 85 Prozent konnte das Unternehmen die Exportquote erhöhen.

Bei Globalisierung denken viele an China und andere aufstrebende Niedriglohnländer,  die Arbeitsplätze in den Industrienationen zunehmend unter Druck setzen. Doch die Chance der hiesigen Firmen besteht in den besonders anspruchsvollen Produkten.

Die nutzt zum Beispiel ABG  Ingersoll  Rand  in  Hameln. Dort werden Straßenfertiger, Erd- und Asphaltwalzen sowie Straßenfräsen gebaut – mit Hightech. Der Bordcomputer hilft dem Bediener in 30 unterschiedlichen Sprachen. „Weil wir technisch spitze sind, verkaufen wir sie auf der ganzen Welt, vor allem in den neuen EU-Ländern, auch in Russland und China“, bestätigt ABG-Geschäftsführer Heukrodt.

Hohe Stückzahl mit Qualität

Auch bei Bühler in Braunschweig sieht man Fernost als Riesenchance. „In China und Indien gibt es einen sehr großen Bedarf nach unseren Anlagen“, sagt Geschäftsführer Uwe Wehrmann. Bühler baut Fertigungsanlagen für die Nahrungs- und Futtermittel-Industrie. Große Stückzahlen sind in Fernost gefragt. Wehrmann: „Dabei wollen wir aber nicht auf unsere hohe Qualität verzichten.“

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