Wie wir den Erfindergeist stärken können

Interview: „Digitales Wissen als Schulfach“

München. Die Deutschen meldeten 2015 beim Europäischen Patentamt 24.820 Erfindungen an – so viele wie kaum ein anderes Land. Doch im Vorjahresvergleich sind es 3 Prozent weniger. Müssen wir uns Sorgen machen?

AKTIV sprach darüber mit Professorin Monika Schnitzer, Mitglied der Expertenkommission Forschung und Innovation.

Sind Erfinder in China und den USA fleißiger als wir?

China und Südkorea holen auf, unterstützt durch massive staatliche Investitionen. Berücksichtigt man aber die Größe dieser Volkswirtschaften und schaut sich die Anzahl der Patente pro eine Million Erwerbstätige an, so liegen die Vereinigten Staaten und China weiterhin deutlich hinter Deutschland.

Misst sich Innovationskraft an der Zahl der Patente?

Sie sind ein wichtiger Indikator, können aber nicht automatisch mit erfolgreichen Innovationen gleichgesetzt werden. Sie sagen nichts über die Qualität und den Wert einer Innovation aus.

Wie steht es denn um uns?

Deutschlands Stärken liegen in der Automobil-Industrie, dem Maschinenbau und der chemischen Industrie. Die Bundesregierung hat mit der Initiative Industrie 4.0 einen wichtigen Schritt getan, um die Modernisierung voranzutreiben. Jetzt sollte man auch die Erschließung neuer Wertschöpfungspotenziale fördern.

Zum Beispiel …

… innovative Geschäftsmodelle der digitalen Wirtschaft, die auf software- und internetbasierten Technologien wie Cloud Computing und Big Data aufbauen.

Klingt gut. Aber wie?

Die Expertenkommission empfiehlt Anpassungen des Bildungs- und Ausbildungssystems. „Computing & Digitalkunde“ sollte man als Kulturfähigkeiten verstehen und als Grundlagenfach in Schulen und Hochschulen verankern. Außerdem müsste das Verständnis für Geschäftsmodelle der digitalen Wirtschaft unterstützt werden.


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