Schnelles Surfen für alle

Internet: Bis 2018 sollen auch Deutschlands ländliche Regionen den Anschluss schaffen

Berlin. Frisch vereidigt und schon eine Mammut-Aufgabe vor der Brust: Alexander Dobrindt, der neue Verkehrs- und Internetminister in Berlin, will sich um den Breitband-Ausbau kümmern. „Über den künftigen Wohlstand unserer Gesellschaft entscheidet vor allem der Ausbau der digitalen Infrastruktur“, sagt er.

Der Vorsatz der neuen Regierung lautet daher: Bis 2018 soll in Deutschland jeder Zugang zum schnellen Internet haben und Daten mit einer Geschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde herunterladen können.

20 Milliarden Euro müssen investiert werden

„Das Ziel ist sehr, sehr ambitioniert“, sagt Marc Konarski, Bereichsleiter Telekommunikationspolitik des IT-Verbands Bitkom. „Gerade auf dem Land wird der flächendeckende Ausbau bis 2018 sehr schwer zu realisieren sein.“

Dabei hapert es genau dort. Das zeigt ein Blick in den aktuellen „Breitband­atlas“ aus dem vergangenen Herbst, den der Tüv Rheinland im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt hat. Mitte 2013 war schnelles Internet demnach für gerade einmal 14 Prozent aller Haushalte in ländlichen Regionen verfügbar, in Städten hingegen schon für 79 Prozent. Bundesweit sind 50 Megabit pro Sekunde für rund sechs von zehn Haushalten möglich.

Die Lücken zu schließen, wird teuer. Der Tüv Rheinland rechnet mit 20 Milliarden Euro. 40 Prozent davon entfallen allein auf die letzten 5 Prozent der Haushalte in abgelegenen Regionen. Ihr Anschluss kostet mit im Schnitt 3.850 Euro das Fünffache der übrigen Anschlüsse.

„Je dünner eine Region besiedelt ist, desto teurer wird’s“, erklärt Experte Konarski. Häufig würden sich die Investitionen für Anbieter nicht lohnen. Länder und Kommunen helfen deshalb vereinzelt mit Anreizen, um den Breitband-Ausbau anzuschieben. Größere Finanzspritzen vom Bund gibt es bislang aber nicht. „Die Politik hat das Problem erkannt“, sagt Konarski. „Was jetzt aber noch fehlt, ist das Geld.“


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