Innovation

Intelligente Box macht Container sicher


Raumfahrt und Schifffahrt bauen Satelliten-System

Bremen. Sie ist klein und schwarz. Innen steckt Hochleistungselektronik. Außen prangt ein Tastenfeld. Die unscheinbare Box, die EADS- Astrium-Ingenieur Wolfgang Busch präsentiert, hat es in sich. Sie ist Kern eines satellitengestützten Container-Sicherheitssystems, das die Transportbehälter vor Terroristen, Diebstahl und Beschädigungen schützen kann.

Mehr noch: „SeCureSystem“, so die Bezeichnung des von Raumfahrt und Schifffahrt gemeinsam entwickelten Systems, soll Logistikunternehmen helfen, eine Mammut-Aufgabe zu bewältigen.

Denn als Folge der Terroranschläge vom 11. September 2001 planen die Amerikaner ein Gesetz, nachdem jeder für die USA bestimmte Container durchleuchtet werden muss, bevor er den Exporthafen verlässt. Ab 2012 könnte das Röntgen der Behälter verpflichtend werden.

Regelmäßige Signale ans Kontrollzentrum

Für Bremerhaven als wichtigsten deutschen US-Exporthafen hätte das weitreichende Folgen. Allein 600.000 Container müssten jährlich gescannt werden.

Eine Menge, die rein technisch nicht zu schaffen wäre und den Hafenbetrieb erheblich belasten würde. Deshalb suchen Wirtschaft und Politik nach Alternativen.

Sie könnte jetzt mit dem Satelliten-Überwachungssystem gefunden sein. So soll’s funktionieren: Die Box wird an der Tür des Containers angebracht. Mit Hilfe von Sensoren kontrolliert sie permanent den Zustand der Kiste.

Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Ineren werden gemessen. Das unberechtigte Öffnen des Containers – sei es durch die Tür oder die Wände – wird ebenfalls registriert. Über GPS ist die Sendeeinheit mit einem Kontrollzentrum verbunden. In regelmäßigen Abständen sendet sie Signale. Wenn etwas nicht stimmt, gibt’s Alarm.

Fünf Jahre haben die Bremer Partner aus Raumfahrt (EADS Astrium) und Schifffahrt (Hellmann, Spedition, und Eurogate, Containerumschlagsunternehmen) an dem System gearbeitet. Nun wird es vermarktet. Die ersten 20 Einheiten hat Hellmann selbst im Einsatz. Die Mas-senproduktion kann beginnen, hofft Frank Pohlemann, für Strategie und Marketing verantwortlicher Manager bei Astrium. Der Bedarf sei vorhanden, die Nachfrage nach Sicherheit steige weltweit.

Politik leistet Überzeugungsarbeit

Die Verantwortlichen sind optimistisch, dass sich das neue System durchsetzen wird. Denn neben der Sicherheit bietet die satellitengestützte Lösung auch Vorteile beim Daten- und Dokumentenaustausch. Der könnte vereinfacht, Container mit der Sicherheitsbox am Hafenzoll durchgewunken werden.

Doch jetzt sollen erst einmal die Amerikaner von der Funktionalität des Systems überzeugt werden. Dabei will auch die Politik helfen. Das Land Bremen will Bundesregierung und EU-Kommission dafür gewinnen, dass sie sich bei der US-Administration für das System einsetzen.

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