Roboter-Technik

Inklusive Stirnrunzeln


Wirkt ganz schön echt: Die Maske für Roboterköpfe des japanischen Informatikers Takaaki Kuratate. Foto: Benz/TUM

Verblüffend menschenähnliches Gesicht für Roboter

München. Das hat etwas Gruseliges und gleichzeitig Faszinierendes: Mit wenigen Mausklicks erweckt Takaaki Kuratate den Roboterkopf zum Leben, der auf einer Halterung neben seiner Tastatur sitzt. Das Gesicht beantwortet dem Informatiker eine Frage. Es zieht die Augenbraue hoch oder runzelt die Stirn.

Roboter wie Menschen aussehen und sprechen zu lassen, ist drei Forschern der Technischen Universität München gelungen. Ihr Prototyp funktioniert testweise in Videokonferenzen, könnte aber in etwa fünf Jahren auch der Pflege älterer Menschen dienen.

„Noch sieht das Robotergesicht nicht absolut realistisch wie ein Mensch aus“, berichtet Kuratate, einer der Wissenschaftler. „Aber ich hoffe, dass Roboter uns helfen und im Alltag begleiten werden, sobald man sich richtig mit ihnen unterhalten kann.“

Ein Spezialprogramm für die Mimik

Der japanische Informatiker arbeitet schon seit zehn Jahren an einer besseren Kommunikation zwischen Mensch und Maschine. Seit Anfang 2010 forscht er in München. Sein neuer, leuchtstarker Beamer projiziert das Bild eines Gesichts dreidimensional in eine leere Kunststoffmaske. Bislang gibt Kuratate über die Tastatur einen Text ein, auf den der Roboter-Kopf antwortet, indem er nach Schlüsselwörtern in seinem Fundus sucht.

Für die Mimik gibt es ein weiteres Spezialprogramm: Hunderte Gefühle wie Freude, Trauer oder Enttäuschung sind gespeichert und Lauten zugeordnet.

Im nächsten Entwicklungsschritt soll der Roboterkopf lernen, Gesprochenes direkt zu verstehen, ohne Tastatureingabe. Auch darauf soll er mit dem passenden Mienenspiel reagieren.

Die Ergebnisse von Kuratates Arbeit sind Teil der Forschung von rund 100 Wissenschaftlern im bayerischen „Exzellenzcluster CoTeSys“: Sie wollen Apparaten kognitive – also durch Erkenntnis gereifte – Fähigkeiten antrainieren.

Das neue Robotergesicht und seine Nachfolger können ihnen dabei dienen. Sie lassen sich kostengünstig herstellen und für Experimente von Wissenschaftlern in aller Welt einsetzen.

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