Industrie 4.0

Informationsplattform „Südwest.Digital“ hilft Unternehmen bei der Vernetzung

Kai Schweppe, Geschäftsführer Arbeitspolitik beim Arbeitgeberverband Südwestmetall. Foto: Verband

Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran. Können Unternehmen mit der schnellen Vernetzung Schritt halten? Wie funktioniert die „Fabrik der Zukunft?“ AKTIV sprach darüber mit Kai Schweppe, Geschäftsführer Arbeitspolitik beim Arbeitgeberverband Südwestmetall.

Ist Industrie 4.0 nur etwas für IT-Freaks?

Nein, von der Digitalisierung hängt unsere Zukunft ab. Damit sichern wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und unseren Wohlstand. Schon 2007 haben wir als Verband die Initiative „Sicherung von Produktionsarbeit“ zur Optimierung von Arbeits- und Produktionsprozessen angestoßen. Industrie 4.0 ist jetzt die logische Weiterführung davon.

Welchen Stellenwert hat das Projekt für Sie?

Fachleute sprechen oft von der disruptiven Kraft der Digitalisierung. Dies gilt besonders für die Geschäftsmodelle, aber auch Unternehmensprozesse werden sich verändern. Darum kümmern wir uns intensiv. Gleichzeitig haben wir aber auch andere Megatrends im Auge wie den Fachkräftemangel, den Wertewandel in der Gesellschaft, die demografischen Veränderungen oder die weiter zunehmende Globalisierung.

Wie helfen Sie kleineren Firmen ganz konkret?

Unsere neueste Initiative „Südwest.Digital“ startet im Herbst und soll gerade kleinen und mittleren Unternehmen eine Plattform zum Austausch über Industrie 4.0 geben. Was machen andere? Was hat funktioniert? Welche Rahmenbedingungen müssen jetzt geschaffen werden? Außerdem arbeiten wir in einigen Förderprojekten mit, etwa vom Fraunhofer IAO und Fraunhofer IPA, dem IPS der Technischen Universität Dortmund oder dem Institut für angewandte Arbeitswissenschaft in Düsseldorf. Das erfolgt oft in Zusammenarbeit mit unserem Sozialpartner.

Was versprechen Sie sich davon?

Wir wollen, dass die Betriebe ihre Chancen durch die Digitalisierung erkennen und nutzen. Nur wenn das zielführend geschieht, können wir in Baden-Württemberg, beziehungsweise in Deutschland, überhaupt noch produzieren. Dies ist uns extrem wichtig.

Wohin geht die Reise?

Vor vier Jahren glaubte man noch, autonomes Fahren würde es niemals geben. Jetzt stehen wir bereits kurz davor. Die Digitalisierung bietet große Chancen, aber auch Risiken, die es zu gestalten gilt. Die globalen Märkte werden noch schneller, individueller und flexibler werden. Auch die Arbeit wird flexibler und mobiler sein müssen. Das verlangt von allen Beteiligten eine gute Balance von Arbeit und Freizeit.


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Digitale Schichttafeln oder die Konfektionierung mithilfe einer „Smarten Brille“: Wie man „Industrie 4.0“ auf dem Hallenboden umsetzt, damit befassen sich der Kühlmaschinen-Hersteller Bitzer und die Spindelfabrik Süssen.

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