Wirtschaftslexikon

Inflation

Unter Inflation versteht man die Preissteigerung – und die damit verbundene Geldentwertung. Der Begriff stammt vom lateinischen „inflare“ (aufblasen) ab. Das Wort ist passend gewählt, da Währungen langfristig immer dann an Wert verlieren und die Preise steigen, wenn die Geldmenge in einer Volkswirtschaft stärker wächst als das Warenangebot. Fallen dagegen die Preise, nennt man das Deflation.

Beispiele für Inflation werden schon aus der Antike und dem Mittelalter berichtet. Im alten Athen etwa wurde mit Edelmetallen bezahlt. Fand man neue Vorkommen oder brachte man Kriegsbeute mit, wurden Güter des alltäglichen Bedarfs plötzlich teurer. Ähnliche Erfahrungen machten auch die Spanier, als sie im 16. und 17. Jahrhundert Gold und Silber aus Südamerika in riesigen Mengen nach Europa verschifften.

Im Zeitalter des Papiergeldes können die staatlichen Notenbanken unbegrenzt Geld drucken. In Deutschland führte das Anfang des 20. Jahrhunderts zu einer „Hyperinflation“. Das Porto für einen Brief kostete im November 1923 unvorstellbare 100 Millionen Mark.

Zielmarke der Europäischen Zentralbank sind 2 Prozent

In der Tradition der deutschen Bundesbank nach dem Zweiten Weltkrieg ist heute die Europäische Zentralbank dem Ziel der Geldwertstabilität verpflichtet. Als Zielmarke gilt eine jährliche Preissteigerungsrate von 2 Prozent.

Die Zentralbank muss verschiedene Inflationsgefahren im Blick haben. So führen hohe Rohstoffpreise, etwa für Öl, dazu, dass die Produktionskosten für Unternehmen steigen. Erhöhen sich deshalb auch die Produktpreise, spricht man von Kostendruck-Inflation.

Auf der anderen Seite kann ein Anstieg der Nachfrage zu höheren Preisen führen – etwa wenn Arbeitnehmer nach starken Lohnerhöhungen mehr konsumieren. Das wird Nachfragesog-Inflation genannt.

Berechnet wird die Inflationsrate von Statistikämtern. Sie erstellen dazu einen repräsentativen Warenkorb mit verschiedenen Gütern von Nahrungsmitteln über Möbel bis zur Miete.


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