Investitionen

Industrie steckt mehr Geld in die Zukunft

Wiesbaden. Das macht doch Hoffnung: Es wird wieder mehr Geld in die Zukunft gesteckt! Im letzten Vierteljahr 2013, das meldete jetzt das Statistische Bundesamt, wurde preis- und saisonbereinigt „deutlich mehr“ investiert als in den drei Monaten zuvor – „sowohl in Ausrüstungen als auch in Bauten“.

Es ist schon der dritte Anstieg hintereinander. Bei den Ausrüstungsinvestitionen, also Maschinen, Geräten und Fahrzeugen, war es bis Anfang 2013 steil bergab gegangen, um 8 Prozent in nur anderthalb Jahren. „Die Unternehmen haben sich während der Euro-Krise zurückgehalten und entsprechenden Nachholbedarf“, erklärt Andreas Rees, der Chefvolkswirt der Hypo-Vereinsbank in München: „Jetzt trauen sie sich wieder etwas zu.“

So will der Münchner Chip-Hersteller Infineon im aktuellen Geschäftsjahr 650 Millionen Euro in neue Maschinen und Gebäude stecken. „Vor allem für den Ausbau unserer Fertigungskapazität und Innovationskraft“, sagt Konzernchef Reinhard Ploss. Und der Chemie-Konzern BASF steckt rund 1 Milliarde Euro in den Ausbau seiner Kunststoffproduktion in Ludwigshafen.

Die Zahl der Beschäftigten ist letztes Jahr um 0,7 Prozent gestiegen

Keine Einzelfälle: Besonders die Industrie, darauf deuten Firmenumfragen hin, nimmt beim Investieren offensichtlich Fahrt auf. Und die Zahl der Mitarbeiter lag dort im Dezember 2013 bundesweit 0,7 Prozent höher als ein Jahr zuvor; die Entgeltsumme stieg um 4,1 Prozent.

Während die Industrie bei uns die Lokomotive ist, droht sie anderswo in Europa zum Auslaufmodell zu werden: Von 2000 bis 2012 sank der Anteil der Industrie an der Wirtschaftsleistung in Frankreich von 15 auf 10 Prozent, in Großbritannien von 16 auf 10 und in Italien von 20 auf 16 Prozent.

Der französische Präsident François Hollande will jetzt massiv gegensteuern. Und in der Brüsseler EU-Zentrale denkt man schon länger intensiv darüber nach, wie man der Industrie das Investieren leichter machen kann.

Das bleibt auch in Deutschland eine Herausforderung. Der Start der neuen Bundesregierung war aus Sicht der Industrie holprig. Wie sich das auf die Investitionen auswirkt, wissen die Statistiker erst in drei Monaten.


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