Nachhaltigkeit in der deutschen Wirtschaft

Industrie: Seit 1990 sank der Energieverbrauch je produzierter Einheit um fast die Hälfte

Die deutsche Industrie geht immer sparsamer mit Kohle, Gas und Strom um. Aktuelle Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen zeigen, dass Wirtschaftswachstum nicht unbedingt zu mehr Ressourcenverbrauch führen muss.

Berlin. Die deutsche Industrie hat in Sachen Nachhaltigkeit große Fortschritte erzielt. Seit 1990 ist der Energieverbrauch je produzierter Einheit um 41 Prozent gesunken, wie das Schaubild unten zeigt. Es wurde auf Basis von Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen erstellt. Darin sind Verbände der Stromerzeuger und wissenschafliche Forschungsinstitute zusammengeschlossen.

Die Grafik zeigt, dass Wirtschaftswachstum nicht unbedingt zu mehr Ressourcenverbrauch führen muss – weil beispielsweise die Heiz-Technik immer effizienter wird.

Dass Deutschland bei der Energie-Effizienz gut dasteht, zeigen auch die aktuellen Zahlen der Internationalen Energie-Agentur IEA (Stand 2014): Demnach ist hierzulande der Energieverbrauch relativ zur Wirtschaftsleistung um 61 Prozent niedriger als etwa in den USA. Andersherum gerechnet: In den Staaten wird je produzierter Einheit gut die Hälfte mehr benötigt. In China ist es über das Vierfache, in Russland sogar das Fünffache.




Die Maßnahmen zur Steigerung der Energie-Effizienz zahlen sich für Deutschlands Wirtschaft aus. Sie schaffen einen Milliarden-Markt. So erzielten die Firmen (einschließlich Dienstleister) nach neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamts zuletzt (Wert für 2014) 14,8 Milliarden Euro mit Produkten zur Einsparung von Energie, wie etwa effizienter Antriebs- und Steuerungstechnik. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Umsatzplus von 10 Prozent.

Und diese Erzeugnisse sind auch jenseits der deutschen Grenzen gefragt: 40 Prozent der Anlagen wurden ins Ausland geliefert.

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