Was uns stark macht für die Globalisierung

Industrie mahnt: „Der deutsche Erfolg ist kein Selbstläufer.“

Volltreffer: Reformen und Kostenbewusstsein machten den Standort D erfolgreich – bisher. Foto: Getty

Berlin. Hau den Lukas – auf den ersten Blick sieht’s aus, als könnten wir vor Kraft nicht laufen: 561 Milliarden Euro hat unsere Industrie im Jahr 2013 an Wertschöpfung hingelegt – das ist preisbereinigt gut ein Drittel mehr als noch 1995.

Anders als etwa Frankreich und England profitierte Deutschland enorm von der Globalisierung. Denn die aufstrebenden Konkurrenten wie China sind zugleich wichtige Absatzmärkte für Ingenieurskunst made in Germany. Doch der Industrieverband BDI warnt jetzt eindringlich: „Der deutsche Erfolg ist kein Selbstläufer. Die Konkurrenz durch Auslandsstandorte wächst.“

Dabei stützt sich der Verband auf eine neue Studie des Kölner Beratungsunternehmens IW Consult. Die belegt: Die Zeiten sind vorbei, in denen eher einfache Tätigkeiten im Ausland erledigt wurden und die qualifizierten Jobs hier blieben. Inzwischen werde „in der Mehrheit gleichwertige“ Produktion im Ausland aufgebaut. Für die Produktion im Inland schmälert das die Wachstumschancen. Und: Es wird zunehmend schwieriger, um so viel besser zu sein, wie wir teurer sind.

Im „Standortqualitätsindex“ der IW Consult landen wir im Bereich Kosten auf dem problematischen Platz 44 – von 50 „etablierten“ und „aufholenden“ Industrieländern. Besonders ungünstig haben sich zuletzt die Arbeits- und Energiekosten entwickelt.

Und die Studie rückt noch ein zweites Problem in den Blick: Die schwache Konjunktur in Europa könnte zur „Achillesferse des Industriestandorts Deutschland“ werden. Denn der Erfolg der letzten Jahrzehnte gründe sich auf industrielle Netzwerke quer durch den Kontinent, die gefährdet seien. Die Politik müsse gegensteuern – mit Steueranreizen für Forschung, besserer Infrastruktur und dem Verzicht auf „kostentreibende Regulierung und Wohltaten“.

Man dürfe sich also bloß nicht gemütlich zurücklehnen, folgert BDI-Präsident Ulrich Grillo: „Wir müssen die Zeichen der Zeit erkennen, die Standortqualität verbessern und die Internationalisierung der deutschen Industrie stärken.“ Nur so könne man „sich dem verschärften Wettbewerb stellen“.


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