Rüstzeug für Berufe der Zukunft

In Jena startet der erste Masterstudiengang „Chemie-Energie-Umwelt“

Experiment: Hier testen Chemiker der Uni Jena ein Verfahren zur Abwasser-Reinigung. Foto: dpa

Jena. Die Energiewende stellt die Forschung vor große Herausforderungen: der Ausbau erneuerbarer Energien mit Windkraft, Biogas und Fotovoltaik, die Entwicklung neuer Energiespeicher. Jetzt müssen Fachkräfte her. Im Herbst startet an der Universität Jena nun ein neues Master-Studium: „Chemie-Energie-Umwelt“.

Die Kombination der drei Bereiche ist bundesweit einmalig. „Der Studiengang ist genau auf wichtige Zukunftsfelder wie die Energiewende zugeschnitten“, sagt Umweltchemiker Achim Stolle vom Uni-Institut für Technische Chemie und Umweltchemie. Er hat den Studiengang wesentlich gestaltet.

Im Fokus der Lehre steht die Chemie: „Angebote anderer Hochschulen fokussieren sich hingegen auf ingenieurwissenschaftliche Aspekte“, so Stolle.

Die Studenten untersuchen komplexe Fragen: Woraus bestehen Speicher der Zukunft? Mit welchen Technologien lassen sich Membranen zur Luft- und Wasserreinigung bauen? Module wie Elektrochemie, moderne Syntheseverfahren, Umwelt- und Verfahrenstechnik stehen auf dem Stundenplan.

Die Entwicklung effizienter Energiespeicher etwa gilt als Schlüssel für den flexiblen Einsatz erneuerbarer Energien und mobile Anwendungen wie Elektro-Autos. Speicher wie Batterien müssen zum Beispiel eine hohe Energiedichte aufweisen, schnell laden, umweltfreundlich und kostengünstig sein. „Nur wenige chemische Elemente kommen dafür infrage“, sagt Professor Philipp Adelhelm und erläutert: „Wir nehmen vorhandene Materialien unter die Lupe und modifizieren sie. Ziel ist, ihre Eigenschaften zu optimieren und bessere Alternativen zu entwickeln.“

Dabei gilt es, Raffinessen auf die Spur zu kommen. Viele Elemente entfalten ihr gewünschtes Können erst in Verbindung mit bestimmten Substanzen. Andere müssen schrumpfen: „In Lithium-Ionen-Akkus stecken Materialien, die nur in sogenannten Nano-Dimensionen funktionieren“, so Adelhelm.

Die Perspektiven sind gut: Absolventen können etwa in der Verfahrensentwicklung und im Umweltmanagement arbeiten.


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