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In der Wirtschaft ist immer EM


Michael Ballack in Torlaune: Hier bei der WM 2006 im Spiel gegen Schweden. Foto: picture-alliance/Simon

Die rote Laterne beim Wachstum sind wir los

Köln. In wenigen Tagen ist Anpfiff. Die Fußball-Europameisterschaft beginnt. Und ganz Deutschland fiebert mit der National-Elf mit: Wie stark sind wir? Schaffen Ballack, Podolski & Co. den Titel? Das ist Wettbewerb pur. Im Grunde nicht anders wie in der Wirtschaft. Nur mit einem Unterschied: In der Wirtschaft ist immer EM-Zeit.

Doch wo steht Deutschland hier? Wie gut spielen die Unternehmen im weltweiten Wettbewerb mit? Klar ist: Weder der hohe Ölpreis, noch der Verfall des Dollar, die Krise am Geldmarkt oder die drohende Rezession in den USA haben bisher große Auswirkungen auf die Geschäfte der Firmen. So fuhr Exportweltmeister Deutschland allein im März mi Waren und Dienstleistungen wieder einen Überschuss von 17,2 Milliarden Euro ein.

„Den deutschen Unternehmen kommt jetzt sehr zu Gute, dass sie ihre Wettbewerbsfähigkeit in den letzten Jahren massiv gesteigert haben“, erklärt Dirk Schumacher, Deutschland-Chefvolkswirt bei der angesehenen US-Bank Goldman Sachs.

Hilfe von Staat und Tarifpartnern

Vater Staat hilft, indem er die Lohnnebenkosten stabil hält. Auch die Tarifpartner machen mit, Stichwort Lohnzurückhaltung. Mit Arbeitskosten von 33 Euro je Stunde liegt Deutschland nun auf Platz vier in der EU (2007). Belgier, Schweden und Dänen bekommen etwas mehr, Tschechen, Ungarn, Polen und Slowaken allerdings deutlich weniger (unter 8 Euro).

Das bringt Wirtschaftswachstum. Vor einigen Jahren hatte die Bundesrepublik hier noch die rote Laterne. Doch 2006 und 2007 zog Deutschland laut OECD-Statistik mit 3,1 Prozent und 2,6 Prozent Zuwachs an Frankreich, Japan und den USA vorbei. In Spanien und den Niederlanden jedoch wuchs die Wirtschaft etwas stärker.

Und es bringt Ausfuhrerfolge. In den vergangenen beiden Jahren drehte Exportweltmeister Deutschland kräftig auf. Um 12,9 Prozent (2006) und 8,4 Prozent (2007) nahm das Exportvolumen zu. Damit ließen wir Frankreich, Japan und die USA hinter uns.

Auch über neue Arbeitsplätze kann sich Deutschland freuen. Zwar liegen wir mit einer Arbeitslosenquote von 8,1 Prozent (April) bei den großen Industriestaaten auf den unteren Tabellenrängen. Doch hat der Anteil der Menschen ohne Job seit 2005 nirgends so stark abgenommen wie bei uns.

Rund 3,4 Millionen Deutsche waren im April ohne Beschäftigung, über 700.000 weniger als ein Jahr zuvor. Im Gegenzug stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 660.000 auf 27,2 Millionen. Insgesamt gibt es 40 Millionen Erwerbstätige.

Fazit: Deutschland ist den Platz am Tabellen-Ende los und wirtschaftlich wieder besser ins Spiel gekommen. Jetzt heißt es: Am Ball bleiben. Denn nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Im Fußball wie in der Wirtschaft. 

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