Von Schwangerschaft bis Herzinfarkt

Immunologische Tests von Roche machen Risiken immer früher sichtbar

Penzberg. „Sie erwarten ein Kind“ – der Satz lässt werdende Mütter strahlen. Doch die Angst vor einer Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) ist groß. Sicherheit gibt nun ein Test, den das Gesundheitsunternehmen Roche in Penzberg entwickelt hat.

Präeklampsie gehört zu den größten Risiken einer Schwangerschaft. 5 von 100 Frauen sind betroffen, allein in Deutschland 20.000 pro Jahr. „Die Symptome können recht unspezifisch sein“, erzählt Biologin Verena Hofmann, Expertin für Fertilität bei Roche. „Die Betroffenen berichten zum Beispiel von Kopfschmerzen, Unwohlsein und Wassereinlagerungen.“ Klare Warnhinweise sind ein zu hoher Blutdruck und Eiweiß im Urin.

Besonders gefürchtet sind Krampfanfälle, die für Mutter und Kind tödlich enden können. Heilung gibt es nicht, im Notfall wird vorzeitig entbunden. „Für eine gesunde Entwicklung des Kindes zählt jeder Tag“, sagt Hofmann. „Je zuverlässiger wir das Risiko vorhersagen, umso besser können die Mütter versorgt werden.“ Früherkennung ist nicht nur in diesem Fall wichtig. Hofmann: „Moderne Diagnostika erkennen noch präziser die Auslöser und Ursachen für Erkrankungen oder Akutzustände.“ Sie spielen daher eine Schlüsselrolle bei der Prävention und Behandlung gefürchteter Krankheiten wie Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Hepatitis oder Krebs.

Weltweit werden pro Sekunde bereits 42 immunologische Roche-Tests durchgeführt. Der Laborbefund erlaubt es dem Arzt, möglichst schnell gezielte Behandlungsschritte einzuleiten.

Zurück zur Präeklampsie: Bis 2009 hatten Frauenärzte kaum eine Chance, die Krankheit vor ihrem Ausbruch zu erkennen. Dann identifizierten Forscher zwei spezielle Eiweiße, die von der Plazenta gebildet werden: „Eins sorgt für den Aufbau der Plazenta, das andere für den Abbau“, so die Wissenschaftlerin. Sie sind im Blut betroffener Schwangerer in einem bestimmten Verhältnis zu finden: „Kippt ihre Balance, ist das ein Alarmsignal.“

Im Labor werden die beiden „Analyten“, an denen man die Erkrankung erkennt, aus dem Blut gefischt. Dabei helfen sogenannte Antikörper (Eiweißstoffe), die Roche selber herstellt. „Der Analyt ist quasi der Schlüssel und der Antikörper das passende Schloss dazu“, erläutert Hofmann. „Nur wenn beides zusammenpasst, lässt sich der Stoff aus dem Blut holen und seine Konzentration messen.“

Nach 20 Minuten liegt der exakte Messwert vor. Da immunologische Tests alle in ähnlicher Weise funktionieren, lassen sich mithilfe des automatisierten Analysegeräts schnell bis zu 100 verschiedene Werte ermitteln. Wichtig ist ein zuverlässiges Ergebnis, egal ob die Messung im kalten Norden, im heißen Süden oder mit gelagerten Reagenzien erfolgt.

Gut 800 Test-Reagenzien produziert Roche am Standort, einige davon bereits in der neu gebauten 200 Millionen teuren Produktionsanlage.


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