Riskantes Betongold

Immobilien als Geldanlage: Was Anfänger wissen sollten

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Immobilien gelten gemeinhin als sichere Anlageform – nicht erst seit der Euro-Krise. Zudem sind sie momentan extrem günstig zu finanzieren: Baugeld gibt es zu historisch niedrigen Zinsen.

Angesichts des entsprechenden Medienechos ist es kein Wunder, dass unseriöse Anbieter versuchen, Privatleuten wackelige Mietobjekte als Geldanlage anzudrehen. Wann da die Alarmglocken klingeln sollten und in welche Fallen unbedachte Betongold-Käufer sonst noch tappen können, hat ein Experte im Gespräch mit AKTIV erklärt: Torsten Weidemann vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland in Berlin. Den entsprechenden Artikel finden Sie hier auf AKTIVonline.

Für die, die trotzdem auf Betongold als Anlageform setzen wollen, hat Weidemann noch folgende Hinweise:

Es ist nicht einfach abzuschätzen, ob ein Haus oder eine einzelne Wohnung ihr Geld wert ist. Wer nicht vom Fach ist, also Bauingenieur oder Architekt, und noch keine Erfahrung im Vermieten hat, sollte sich von einem Fachmann beraten lassen!

Schäden im Mauerwerk kann der Laie nicht erkennen

Am besten von einem unabhängigen Bausachverständigen, der den Zustand des Hauses beurteilen kann. „Oft reicht eine Überprüfung des Objekts, es muss nicht gleich ein großes Wertgutachten sein“, sagt Weidemann. Er rät dazu, nie ohne sachkundige Unterstützung zu kaufen: „Bauschäden, etwa Schwammbefall im Mauerwerk, kann man als Laie nicht erkennen – da ist schnell das komplette Investment ruiniert.“

Für Neulinge empfiehlt es sich außerdem, eine professionelle Hausverwaltung mit dem Management des Objekts zu beauftragen. Das kostet etwa 20 Euro pro Monat und Wohnung, spart unter Umständen aber viel Ärger. „Man darf nicht unterschätzen, welchen Aufwand es bedeutet, sich plötzlich um eine Immobilie kümmern zu müssen“, warnt Weidemann: Allein einfache Dienstleistungen, wie die Hausreinigung zu organisieren, kosten Zeit.

Kauf ändert nichts an laufenden Mietverhältnissen Wenn ein Kauf glatt über die Bühne gegangen ist, bestehen laufende Mietverhältnisse erst einmal weiter. Als neuer Besitzer kann man die Miete nur in ganz bestimmten Grenzen erhöhen. Wie stark und wie oft die Miete steigen kann, lesen Sie hier auf AKTIVonline.

Unerwünschte Mieter sind oft kaum vor die Tür zu setzen. Hat jemand zum Beispiel arge Gesundheitsprobleme oder ist eine Frau schwanger, gilt das als Härtefall und ein Umzug als unzumutbar. Bleiben darf ein Mieter oft auch, wenn er vor kurzem erst renoviert, zum Beispiel auf eigene Kosten Parkett verlegt hat, wie Weidemann erklärt.

Übrigens: Sollen aus vermieteten Wohnungen eines Hauses Eigentumswohnungen gemacht werden, haben die Altmieter ein Vorkaufsrecht. Zudem darf der neue Eigentümer nach der Umwandlung drei Jahre lang nicht wegen Eigenbedarfs kündigen.

Kaufen, bauen, finanzieren: Jede Menge Tipps rund um die eigene Immobilie finden Sie gebündelt hier auf AKTIVonline: www.aktiv-online.de/immobilien


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