Digitale Kommunikation

Immer mehr Metallbetriebe bei Facebook, Twitter und Co.

Frickenhausen/Marbach/Biberach. Mehr als 19.500 Fans hat das Unternehmen GEA Bock auf dem Facebook-Profil „GEA Transportation“. Diese sogenannten „Follower“ verfolgen im Internet die Neuigkeiten des Spezialisten für Klima- und Kältetechnik aus Frickenhausen.

Etwa wenn Community-Manager Timo Oswald einen neuen Animationsfilm veröffentlicht und dazu ein paar Fragen stellt: „Wie viel wiegt wohl der neue Hubkolbenverdichter?“ Der Hubkolbenverdichter ist das Herzstück einer Klimaanlage, die unter anderem in Bussen zum Einsatz kommt.

Bei solchen Dingen sieht Oswald die große Chance für den Einsatz von Facebook und Co.: „Wir können unsere Produkte und Unternehmensinhalte anschaulich erklären und kommen direkt in Kontakt mit unseren internen und externen Bezugsgruppen.“ GEA Bock ist spezialisiert auf solche Klimaanlagen. Außerdem werden am Standort Kälteanlagen hergestellt, für die Industrie oder um die Ware in Supermärkten frisch zu halten.

Das informative Video kommt besser an als die lange Beschreibung

Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Xing gehören für Millionen von Menschen in Deutschland zum Alltag. In der Industrie nutzen bisher etwa 34 Prozent der Unternehmen solche Kommunikationskanäle. Das ergibt sich aus der jüngsten Erhebung des in Berlin ansässigen Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien.

In der Metall- und Elektrobranche in Baden-Württemberg gewinnt das Thema an Bedeutung. So nutzt auch das Unternehmen Hainbuch in Marbach am Neckar die Möglichkeit, seine Produkte auf einem Youtube-Kanal zu präsentieren: Werkzeugteile für die Metallbearbeitung.

„Die Leute schauen sich lieber ein informatives Video an, als lange Beschreibungen zu lesen“, sagt Web-Content-Manager Tobias Reiff. Hainbuch findet man auf den Plattformen Twitter, Xing, Youtube und im Branchen-Netzwerk CNC-Arena. Nutzer sind Kunden und Interessenten aus der Automobil- und Maschinenbaubranche.

Die Regeln für den Umgang mit sozialen Netzwerken sind in Leitlinien festgehalten. Reiff hat das für Hainbuch in einer 16-seitigen Broschüre zusammengefasst: „Hier finden die Mitarbeiter Tipps und Tricks für den sicheren Umgang mit der Online-Welt.“

„Es reicht nicht, in sozialen Netzwerken präsent zu sein, man muss sie auch mit Leben füllen“, sagt Oswald von GEA Bock. Er postet zwei- bis dreimal in der Woche auf Facebook, stellt also Neuigkeiten auf die Plattform. Auf jeden „Post“ kommen mehrere Kommentare: „Die Beteiligung ist ganz ordentlich, dafür, dass wir von Unternehmen zu Unternehmen kommunizieren und nicht direkt mit Endverbrauchern“, erklärt Oswald. „Fragen werden zeitnah beantwortet, um den Charakter der Echtzeitkommunikation aufrechtzuerhalten.“

„Die Firma braucht eine Strategie, bevor sie in den sozialen Medien startet“, meint Tobias Ilg, der innerhalb der Firmengruppe Liebherr (Biberach) alles steuert, was im Netz erscheint. Das ist umso wichtiger, weil Liebherr-Kunden statt der Service-Hotline immer öfter diesen Weg wählen, um Hilfe für ihr Anliegen zu erhalten.

„Den telefonischen Kontakt werden soziale Netzwerke jedoch nicht ersetzen“, meint Ilg. „Wir sehen das als Ergänzung.“


Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang