Auto-Industrie

Im Osten produktiver


Die etwas andere Bilanz zum Tag der Einheit

Leipzig. Diese Meldung lässt das Herz vieler Ostdeutscher höher schlagen: „Sachsen ist europaweit Vorreiter bei Innovationen im Automobilbau“, sagt Wolfgang Voß, Staatssekretär im Finanzministerium des Freistaats. Er bilanziert: Die „Pro-Kopf-Leistung“ ist deutlich höher als im Westen.

Auf jeden Mitarbeiter  entfielen letztes Jahr rechnerisch 541.000 Euro Umsatz, 125 Prozent des Bundesdurchschnitts. Vor 15 Jahren lag Sachsen bei 52 Prozent! Ein tolles Überholmanöver – das man aber nicht missverstehen darf. Autobauer anderswo sind nicht wirklich schlechter oder gar fauler. Die Sachsen sind bloß produktiver!

Kapitaleinsatz und Lohnniveau

Entscheidend ist der Kapital-Einsatz: Wer viel in Technik und Abläufe investiert, kann mehr fertigen. 473.000 Pkws haben die Sachsen letztes Jahr gebaut – in Zwickau und Dresden 277.000 VWs, in Leipzig 156.000 BMWs und 40.000 Porsches. Beispiel BMW: 1,3 Milliarden Euro sind in dem 2005 eröffneten Werk Leipzig investiert worden. Sein Leiter Peter Claussen ist stolz auf eine einzigartige Struktur mit kurzen Wegen und optimierter Logistik: „Alle Erfahrungen aus früheren Projekten sind hier eingeflossen. Die wichtigsten Lieferanten sind in der Fabrik integriert.“

Noch ein Pluspunkt: die „BMW Formel für Arbeit“, die mit dem Betriebsrat auf Basis des Flächentarifvertrags vereinbart wurde. Dadurch kann die Produktionszeit je nach Nachfrage flexibel zwischen 60 und 140 Stunden pro Woche schwanken. Das Lohnniveau liegt ein Viertel unterhalb des bei BMW in Bayern Üblichen. So wird weiter investiert: zurzeit in ein Presswerk sowie eine Türen- und Klappenfertigung.

Innovation kann man anfassen

Zur Produktivität in Sachsens Autowerken tragen auch Zulieferer bei. Etwa die HQM-Gruppe aus Leipzig,  seit Gründung 1994 von 17 auf 750 Mitarbeiter gewachsen. Sie härtet im Kundenauftrag Teile, hat auch eigene Fertigung aufgebaut und 2006 die Traditionsfirma Sachsenring gekauft.

„Nur massive Investitionen in Fertigung und Entwicklung haben den Erfolg bei der Produktivität möglich gemacht“, betont Siegfried Krüger, Gesellschafter und Geschäftsführer. So werde derzeit ein „weltweit neuartiges und patentiertes Produkt“ von HQM bei einem großen Automobilhersteller in Serie eingeführt.

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Schlagwörter: Verkehr Auto

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