Bergbau lohnt wieder

Im Erzgebirge wird intensiv nach Metallen gebohrt und geschürft


Freiberg. In ein paar Wochen ist es so weit: Erstmals seit 40 Jahren eröffnet in Deutschland wieder ein Erz-Bergwerk. In der Nähe von Oberwiesenthal im Erzgebirge wird ab Mai Flussspat abgebaut, zunächst noch im Probebetrieb. 1,5 Millionen Tonnen dieses Minerals liegen dort, ein Schatz von fast einer halben Milliarde Euro. Begehrt ist der Stoff in Metall- und Chemie-Industrie.

Das Beispiel zeigt: „Deutschland hat einiges an Rohstoffen“, sagt Volker Steinbach von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover. „Erdgas, Kali- und Steinsalz, Braunkohle und Kies im Wert von 18 Milliarden Euro pro Jahr gewinnen wir selbst, jedoch keine Metalle.“

Das könnte sich ändern. Denn im Süden Sachsens wird nach Kupfer, Zinn, Lithium, Wolfram, Nickel und Silber gebohrt und geschürft. „19 Erlaubnisse zum Erkunden haben wir vergeben“, sagt Bernhard Cramer vom Oberbergamt in Freiberg.

1991 hatte in der Bergbau-Region der letzte Stollen dichtgemacht. Die Metall-Preise waren im Keller. „Nun treibt sie der Rohstoffhunger Chinas auf Rekordhöhen“, weiß Steinbach. „Bei Kupfer und Zinn etwa hat sich der Preis seit dem Jahr 2000 vervierfacht.“ Auf 8.000 Dollar je Tonne für Kupfer und 21.000 Dollar für Zinn.

1,5 Millionen Tonnen Kupfer liegen bei Spremberg

„Die Preisentwicklung macht den Bergbau lukrativ“, so Steinbach. „Zumal wir heute bessere Technik haben.“ So wird unter dem Ort Gottesberg nach Zinn (zum Löten) gebohrt, bei Delitzsch nahe Leipzig nach Seltenen Erden (für Hightech-Produkte), bei Zinnwald nach Lithium (für Akkus) und bei Spremberg nach Kupfer (für Elektronik). 1,5 Millionen Tonnen des Rotmetalls liegen dort.

Mit Investitionen von 1,3 Milliarden Euro ließen sie sich heben. Das könnte 1.000 Jobs bringen. Aber bis dahin vergehen noch ein paar Jahre.

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