Outdoor-Kleidung

Hightech in den Schuhen hält Füße warm und trocken

Springen durch die Pfütze: Funktionsschuhe sind gemacht für Nässe und Matsch. Doch sie erobern auch den Alltag. Foto: Plainpicture

Berlin. Mollig warm, wind- und wasserdicht und ein Gefühl wie beim Barfußgehen? So etwa stellt man sich den perfekten Schuh vor. Materialforscher und Schuh-Hersteller kommen dem immer näher.Und bedienen damit einen Trend.Denn Outdoor-Schuhe sind wegen ihrer Eigenschaften immer öfter auch in der Stadt gefragt.

„Funktionsschuhe findet man nicht mehr nur in den Bergen“, sagt Claudia Schulz, Pressesprecherin des Bundesverbands der Schuh- und Lederwarenindustrie in Berlin. „Man trägt sie in Fußgängerzonen und Büros. Jung und Alt, Groß und Klein ziehen sie an.“

Rund 10 Milliarden Euro geben die Deutschen im Jahr für Outdoor-Ausrüstung aller Art aus, berichtete jetzt der Branchendienst „Outdoormarkt“ auf Basis einer Marktstudie. Schuhe machten „mittlerweile 25 Prozent des Umsatzes aus“, und dieses Segment sei letztes Jahr „mit 2,8 Prozent am schnellsten gewachsen“. Gefragt seien „vor allem Multifunktionsschuhe, also alltagstaugliche Schuhe mit Outdoor-Qualitäten“. Mit dabei sind etliche der rund 150 deutschen Schuh-Hersteller – etwa Lowa Sportschuhe oder Lukas Meindl.

Zwar sind auch heute noch viele dieser Treter aus Leder. Beim Schutz vor Nässe jedoch kommen inzwischen aber auch diese vier Materialien ins Spiel:

  • Gore-Tex. Den Prototyp der wasserabweisenden Materialien entwickelte der Amerikaner Robert W. Gore. Er ist eine Membran mit je Quadratmeter 1,3 Milliarden Poren – die im Durchmesser 20.000-mal kleiner als ein Wassertropfen sind. Sie halten die Nässe draußen, lassen aber Schweiß und Feuchtigkeit abdunsten. So bleiben die Füße bei Regen und Schnee trocken.
  • Sympatex. Diese Membran, einst von der Firma Enka-Glanzstoff in Wuppertal ausgetüftelt, lässt das Wasser statt durch Poren durch spezielle Molekülbausteine dringen. Die Münchner Firma Sympatex Technologies brachte eine Variante auf den Markt, bei der eine aufgedampfte, hauchdünne Alu-Schicht den Großteil der Körperwärme reflektiert. So ist es trocken und auch warm – ideal für Schuhe.
  • Texapore. Eine eigene Klasse von Membranen kommt vom Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin aus Idstein (Hessen). Die Texapore-Membranen, die zum Teil beschichtet sind, erreichen hohe Werte bei der Wasserdampfdurchlässigkeit. Sie sind leicht, robust und ebenfalls gut für Schuhe geeignet.
  • Thinsulate. Ein ursprünglich für Ski-Anzüge gedachtes ultrafeines Fasermaterial des US-Technologiekonzerns 3M (deutsche Tochter mit Sitz im rheinischen Neuss). Thinsulate-Schuhe halten bis minus 40 Grad Celsius trocken und warm – und sind trotzdem was für den Alltag.

Aufbau eines Funktionsschuhs

Foto: Sympatex
Foto: Sympatex
  • Obermaterial: Es verleiht dem Schuh eine robuste und schmutzabweisende Außenhaut.
  • Mittelschicht: Sie schützt vor Nässe und Kälte und lässt den Schweiß nach außen durch. Hier steckt die atmungsaktive und winddichte Membran, zum Bei­spiel vom Hersteller Sympatex.
  • Futterstoff: Diese innere Schicht hält warm, lässt aber auch die Feuchtigkeit nach außen.

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