Jahr der Chemie

Hier spielt die Musik


Experten unter sich: Das Wissenschaftsforum Chemie in Bremen

Bremen. Die „Bremer Stadtmusikanten“ haben es zu Weltruhm gebracht. Das „Wissenschaftsforum Chemie“ ist auf dem besten Weg dorthin: 1.600 Teilnehmer tauschten Anfang September ihr Know-how auf der größten deutschen Chemiker-Tagung in Bremen aus, einem Höhepunkt im internationalen Jahr der Chemie 2011. Das Ziel der Aktion: Die Welt fit für die Zukunft machen.

Von Energie bis Umweltschutz

„Ohne Chemie ist unser moderner Lebensstil undenkbar“, sagt Professor Michael Dröscher, Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker und Initiator des Forums. Chemie stecke etwa in Kosmetika, Computern oder Medizin: „Sie ist ein Schlüssel, um Ressourcen und Energie zu sparen“, so der Präsident.

Schon ab neun Uhr strömten die Zuhörer in die hochkarätigen Vorträge, die sich um Energie, Umweltschutz, Nanotechnologie und Materialforschung drehten. Was sonst noch abging? AKTIV hat reingeschnuppert …

Wasser-Forschung

Wir haben genügend gutes Wasser. Das ist nicht überall so: Die Weltbevölkerung wächst, der Wasserverbrauch noch mehr. Deshalb fragen sich die Forscher: Wie lässt sich das kostbare Nass besser reinigen, verteilen, der Verbrauch reduzieren? Wie stillen wir den „großen Durst“ der Landwirtschaft?

Dröscher: „Wir schauen der Natur Verfahren ab, wie man in trockenen Gebieten überlebt.“ Beispiel Insekten: Sie trinken die Feuchtigkeit, die an ihrem Körper kondensiert. Beispiel Kakteen: Die Stacheln leiten jedes Tröpfchen sofort ins Pflanzeninnere. „Vielleicht lassen sich Bäume in Trockengebieten mithilfe spezieller Oberflächenstrukturen bewässern“, so der Präsident. Ein Kooperationsabkommen besiegelt jetzt die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Asien und Europa.

Aha-Effekt ohne Knall

Einen Luftballon mit einer Stricknadel durchstechen, ohne dass er platzt? Da staunen selbst gewiefte Lehrerinnen wie Angelika Post aus Berlin und Susanne Wulff aus Hamburg. Das verblüffende Experiment zeigt das Verhalten von Makromolekülen.

Der Trick: Nur die dunklen Stellen am Ballon unten neben dem Knoten und oben gegenüber anpieksen. Denn an den hellen (dünnen) Stellen beträgt die Material-Dehnung bis zu 500 Prozent, an den farbintensiven (dicken) aber nur 500 Prozent. Hier hält die Hülle einen Stich aus.

Zurück zur Urform

„Ich war mal ein Joghurtbecher“ könnte auf der Plastik-Scheibe stehen. Biologie-Studentin Jeanette Thum aus Würzburg hat einen Becher ganz platt geföhnt: Die Form „schmilzt“ und nimmt dabei den Ursprungszustand an.

So ähnlich funktioniert im Prinzip auch das technisch genutzte „Schrumpfverfahren“, etwa bei luftdichten Verpackungen.

 

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