Logistik

Hier ist alles paletti


Von wegen Hochstapler! Die Euro-Palette hat sich zum modernen Klassiker der Logistik-Branche entwickelt – bald auch mit Hightech-Chip. Foto: dpa

Diese Bretter bewegen: Vor 50 Jahren wurde die Euro-Palette erfunden

Münster. Auf ihr hat schon so mancher Student in der WG gepennt. Und sie als preiswerte Unterlage für die Matratze genutzt: Die Rede ist von der Euro-Palette. Neun Klötze, elf Bretter, zusammengeklopft mit 78 Nägeln – fertig ist sie. Ein Klassiker der Logistik. Seit 50 Jahren. 500 Millionen Stück sind in Umlauf. Robust. Und gut stapelbar.

35 Länder auf dem Holzweg

Als die Euro-Palette 1961 erfunden wurde, war die Idee dahinter so einfach wie praktisch. Der Verband der Internationalen Eisenbahnen hatte beschlossen: Für Europa soll eine genormte Transport-Plattform her. Damit im Güterwaggon oder Lastwagen kein Stauraum mehr verschwendet wird. Bis dahin waren unzählige Aufbauten und Verpackungsgrößen üblich.

Fortan wurde die Euro-Palette das Maß aller Dinge: 120 mal 80 mal 14,4 Zentimeter. Inzwischen sind 35 Länder auf dem Holzweg, so die in Münster ansässige European Pallet Association (Epal). Sie achtet penibel darauf, dass die Euro-Palette nicht von jedem in den Verkehr gebracht wird. Sondern nur von den weltweit 425 lizensierten Herstellern und 1046 Reparateuren.

So will die Epal Fälschern das Handwerk legen. Denn die recht leichte Konstruktion (je nach Holzfeuchte zwischen 20 und 24 Kilo schwer) muss 1,5 Tonnen tragen können.

Damit man sieht, ob alles paletti ist, hat die Palette am linken Klotz das Epal-Brandzeichen und am rechten den des Europäischen Paletten-Pools „Eur“. Der mittlere zeigt HerstellerCode sowie eine Marke für schädlingsfreies Holz.

Seit drei Jahren gibt es gar piepende Paletten. Ein Funkchip macht eine weltweite Ortung möglich. Coca Cola und Rewe haben den Chip in der Palette schon erfolgreich getestet.

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang