Metall und Elektro

Hier brrrrummt's!

Mehr Aufträge, mehr Investitionen, mehr Jobs

Loßburg. Michael Hehl ist in bester Laune. Letztes Jahr feierte sein Unternehmen „50 Jahre Arburg Spritzgießmaschinen“. Und kürzlich konnte der Geschäftsführende Gesellschafter des Maschinenbauers das beste Ergebnis der Firmengeschichte präsentieren.

Der Umsatz kletterte auf über 363 Millionen Euro – gegenüber 2005 ein Plus von 23 Prozent. Da können die Konkurrenten nur neidisch dreinschauen. Denn die wuchsen im Schnitt nur um 1,5 Prozent.

Das Familienunternehmen im Schwarzwaldort Loßburg ist mit seinen Anlagen weltweit führend. Die Kunden produzieren damit Kunststoffteile für Autos, Haushaltsgeräte, Kommunikations- und Unterhaltungselektronik, Medizintechnik sowie Verpackungen. 60 Prozent des Umsatzes bringt der Export.

Das Wachstum sorgt für zusätzliche Stellen. 77 neue Arbeitsplätze sind 2006 entstanden. Inzwischen beschäftigt Arburg weltweit rund 2.000 Mitarbeiter, davon 1.680 in Loßburg. Nach wie vor produziert das Unternehmen ausschließlich am deutschen Stammsitz.

Der Erfolg hat mehrere Väter. Zum einen sind es die langjährigen Mitarbeiter mit ihrer großen Erfahrung. Hehl: „Wie das Unternehmen sind auch unsere Leute hier stark verwurzelt. Die meisten haben es nicht weit. Und viele haben bei uns gelernt.“ 40 Jahre im Betrieb – das ist nicht selten. Hehl nennt das den „Erfolgsfaktor Region“.

Viele Kunden sind mit Arburg gewachsen

Ein weiterer Pluspunkt sind die engen langjährigen Kontakte zu den Kunden. „Manch einer hat vor 50 Jahren mit einer Arburg-Maschine angefangen und ist mit uns gewachsen“, weiß der Firmenchef.

Als richtig erwies sich die Entscheidung, 2006 die Maschinenbaureihe „Allrounder Golden Edition“ aufzulegen. Hehl: „Sie trug wesentlich zu unserem Rekordergebnis bei.“ Die Golden-Edition-Reihe besteht aus bewährten Standardmaschinen zu einem attraktiven Preis.

Um das rasante Wachstum fortzusetzen, investiert Arburg kräftig. Zahlen will Hehl aber nicht nennen: „Wir liegen über dem Durchschnitt der deutschen Maschinenbauer.“ Der erreichte 2006 rund 5 Prozent vom Branchenumsatz. Derzeit laufen in Loßburg die Betonmischer, ein neues Kundencenter entsteht.


Mit Schrauben an die Spitze

Nedschroef: Bald Marktführer in Europa

Beispiel 2

Saarlouis. „Sie haben ein halbes Jahr Zeit, um den Laden wieder in die Gewinnzone zu bringen!“ Mit dieser Vorgabe übernahm Ron Deelen vor sieben Jahren den Schraubenhersteller Nedschroef in Fraulautern bei Saarlouis.

Heute brummt die Firma: „Bald sind wir Marktführer in Europa. Mit den Ideen und dem Engagement unserer Leute schaffen wir das – trotz internationalem Kostendruck“, ist der Chef überzeugt. Nedschroef produziert mit 285 Mitarbeitern gut 2.000 verschiedene Schrauben-Modelle für dieAutoindustrie.

Die halten Antrieb, Motor und Fahrwerk aller namhafter Hersteller zusammen. Deelen: „Letztes Jahr haben wir 1,3 Milliarden Schrauben ausgeliefert.“ Dazu verarbeitete die Belegschaft 23.000 Tonnen Stahl – doppelt so viel wie 1999!

Doppelter Umsatz bis zum Jahr 2012

Ehrgeiziges Ziel des Chefs: Europäischer Marktführer der Schraubengrößen M6 bis M10 bis 2010. Doppelter Umsatz bis 2012. Leicht gesagt. Aber – wie schafft man es, gute Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen herzustellen?

„Auf die Ideen der Mitarbeiter hören“, so das schlichte Erfolgsrezept von Deelen. Für Verbesserungsvorschläge gibt es nicht nur Lob, sondern auch Geld, um sie umzusetzen. Mit Erfolg: „Die Stillstandszeiten unserer Maschinen haben sich mehr als halbiert. Bei der Fehlerquote streben wir heute 0 Prozent an“, so der Chef.

Dazu kommt ein intensiver Beratungsservice für die Kunden. Musste das Unternehmen einst Kollegen entlassen, stellt man seit dem Jahre 2000 wieder Mitarbeiter ein: „Wir sind auf Wachstumskurs“, ist sich Deelen sicher.

ebm-papst: Energiesparende EC-Ventilatoren sind heiß begehrt

Frischer Wind für gute Geschäfte

Beispiel 3

Mulfingen. Manchmal muss man nur rechtzeitig ein Gespür dafür haben, was die Kunden wollen: Schon vor vier Jahren fing der Hersteller ebm-papst an, besonders energiesparende Ventilatoren speziell für Kälte-, Klima- und Lüftungsanlagen zu entwickeln. Damals war die Nachfrage noch verhalten. Heute aber sind die sogenannten EC-Ventilatoren der Renner! Und das Unternehmen wächst wie ein Weltmeister.

„Wir profitieren rund um den Globus von der Debatte um den Klimawandel durch den Kohlendioxid-Ausstoß“, freut sich Hans-Jochen Beilke, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe. „Wenn die gesamte Industrie in Europa auf unsere EC-Ventilatoren umstellen würde, könnte sie gegenüber konventioneller Technik 30 Prozent Energie sparen. Vier große Kohlekraftwerke könnten abgestellt werden, und der Kohlendioxid-Ausstoß würde jährlich um 16 Millionen Tonnen CO2 sinken.“

Wen wundert’s da, dass die umweltfreundlichen Produkte jetzt so begehrt sind. Allein bei den energiesparenden EC-Ventilatoren ist der Umsatz in einem Jahr um 15 Prozent gestiegen!Das lässt Jobs aus dem Boden sprießen wie Gänseblümchen.

Das Unternehmen hat hierzulande im abgelaufenen Geschäftsjahr 600 neue Mitarbeiter eingestellt. Derzeit entsteht in der Nähe des Hauptsitzes eine zusätzliche Ventilatoren-Fabrik, in der 200 Mitarbeiter beschäftigt werden. Abgesehen davon hat das Unternehmen derzeit in Deutschland rund 40 Stellen ausgeschrieben.

Mitarbeiter legen Sonderschichten ein

Der Stellenaufbau allein reicht nicht aus: Hätte die Belegschaft nicht zusätzlich Sonderschichten eingelegt, wäre das Wachstum nicht möglich gewesen. Nur so kann die Nachfrage einigermaßen befriedigt werden.

„Das außerordentliche Engagement unserer Mitarbeiter wissen wir sehr zu schätzen“, sagt Beilke. Die Belegschaft an den Standorten Mulfingen und Niederstetten arbeitete 1,5 Stunden pro Woche unentgeltlich mehr – dafür gab es 2007 eine attraktive Sonderzahlung, und die Stellen sind sicher. Auch im Ausland wächst das Unternehmen kräftig. 2006 ging ein zweites Werk in China in Betrieb. Weltweit hat ebm-papst jetzt rund 1200 Mitarbeiter mehr als vor einem Jahr.

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Schlagwörter: Konjunktur

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