Gut ist nicht gut genug …

Hessens Wirtschaft präsentiert ihr Leitbild für die Zukunft des Standorts


Wiesbaden. Blick ins Herz der Firma Fritz Winter in Stadtallendorf: Rund um die Uhr wird hier Eisenschrott geschmolzen, um daraus Gussteile herzustellen. Mit 3.700 Mitarbeitern und knapp einer halben Million Eisenguss-Produkten pro Jahr ist das Unternehmen eine der größten und innovativsten Gießereien für Motorblöcke und Bremsscheiben in Europa.

Doch gut ist nicht gut genug: „Es gibt immer Potenziale, um noch effizienter, umwelt- und ressourcenschonender zu produzieren, nicht zuletzt durch smarte Energie- und Materialrückgewinnung und mehr“, erläutert Geschäftsführer Guntram Danne. Realisieren lässt sich das nur in einer hochentwickelten Industrie-Region wie Hessen. „Und die gilt es, weiter auszubauen“, so Danne.

Fritz Winter unterstützt deshalb die Initiative Industrieplatz Hessen (IPH). Sie wurde 2006 gegründet von führenden Unternehmen, der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) und dem Hessischen Wirtschaftsministerium. Vor kurzem stellte sie im Landtag in Wiesbaden ein neues Leitbild vor, das Hessen bis 2030 in die Top Fünf der innovativsten Regionen Europas bringen soll.

Schon jetzt belegt das Bundesland im Innovationsindex Platz acht. „Wir haben ein ambitioniertes Ziel, aber auch gute Voraussetzungen, das zu erreichen“, so VhU-Präsident Dieter Weidemann. Unterstützung bekommt er von Wirtschaftsminister Florian Rentsch: „Die Politik muss die Rahmenbedingungen so setzen, dass die Industrie ihren Fachkräftebedarf decken, sich zu wettbewerbsfähigen Preisen mit Energie versorgen und sich Anstrengungen in Forschung und Entwicklung steuerlich honorieren lassen kann.“

Mangelnde Akzeptanz gefährdet Investitionen

Er wünscht sich zudem mehr Weitblick: „Wir alle müssen verstehen, dass die Zukunft der Industrie auch von unserer Einstellung zu ihr abhängt.“ Die mangelnde Akzeptanz in der Gesellschaft bedauerte K+S-Chef Norbert Steiner: „Sie wird zu einem Investitionsrisiko, deshalb ist Akzeptanz eine zentrale Forderung im IPH-Leitbild.“

Fraport-Chef Stefan Schulte rät, die zentrale Lage Hessens optimal zu nutzen: „Logistik ist die Voraussetzung für wirtschaftliche Dynamik und unverzichtbar für eine Exportnation wie Deutschland.“

Michael Kassner, Leiter Siemens Region Mitte, empfahl innovationsfreundlichere Rahmenbedingungen, hochwertige Wissenschaftsstrukturen und bezahlbare Energien: „Industriefreundlich sein heißt Innovationen fördern.“ Für Weidemann steht abschließend fest: „Die Industrie ist nicht das Problem, sondern der Problemlöser der Herausforderungen der Zukunft, man muss sie aber machen lassen.“

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