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Gute Lage, große Aufgaben

Hessens M+E-Arbeitgeber zur Tarifrunde 2018

Die Zukunft nicht durch überzogene Forderungen aufs Spiel setzen: So lautet der Appell der Arbeitgeber in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland an die IG Metall in der laufenden Tarifrunde. Mehr zu den Argumenten gibt es hier.

Ritual: Demonstration der Arbeitnehmer zu Beginn der Tarifverhandlungen in Mainz. Foto: Scheffler

Ritual: Demonstration der Arbeitnehmer zu Beginn der Tarifverhandlungen in Mainz. Foto: Scheffler

Verhandlungsführer: Jörg Köhlinger von der IG Metall (links) und Arbeitgebersprecher Thomas Brunn. Foto: Scheffler

Verhandlungsführer: Jörg Köhlinger von der IG Metall (links) und Arbeitgebersprecher Thomas Brunn. Foto: Scheffler

Mainz. Mit einem Appell der Arbeitgeber an die Gewerkschaft IG Metall, die Zukunft des Standorts nicht durch den kostentreibenden Forderungs-Mix aus überzogener Lohnforderung plus Reduzierung der Arbeitszeit zu gefährden, begannen im November die Tarifverhandlungen in der Tarifgemeinschaft Mitte der Metall- und Elektro-Industrie.

Rund 1.400 Unternehmen, die gemeinsam etwa 400.000 Mitarbeiter in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland beschäftigen, gehören M+E-Mitte an.

Diese Betriebe müssen aktuell gewaltige Herausforderungen im Zusammenhang mit der digitalen Transformation und der Umstellung auf neue Antriebe (Elektromobilität) stemmen. „Das wird uns auf Jahre beschäftigen“, so Thomas Brunn, Verhandlungsführer der Arbeitgeber M+E-Mitte.

Unvernünftige Kostensteigerungen gefährden Wettbewerbsfähigkeit

„Wenn wir wollen, dass die dafür notwendigen Investitionen nicht in ausländische, sondern in unsere heimischen Standorte fließen, dann dürfen wir unsere zukünftige Wettbewerbsfähigkeit vor Ort nicht durch unvernünftige Kostensteigerungen gefährden, die unsere weltweiten Kunden nicht bezahlen werden“, betonte Brunn. Sorgen bereitet den Arbeitgebern die Forderung nach individuellen Arbeitszeitreduzierungen auf bis zu 28 Stunden.

Schon jetzt beklagten sich immer mehr Betriebe angesichts knapper Fachkräfte, dass Aufträge liegen blieben oder Entwicklungen sich verzögerten. Deshalb möchten die Firmen die Möglichkeit haben, bei Bedarf die Arbeitszeit mit den Beschäftigten individuell, ohne Mehrkosten und ohne Quotenregelungen auch über 35 Stunden pro Woche hinaus vereinbaren zu können.

„Wir wollen keine generelle Arbeitszeitverlängerung. Aber die Betriebe müssen die Chance bekommen, sich befristet oder dauerhaft mehr Arbeitszeitvolumen zu verschaffen, wenn es benötigt wird – und wenn die Beschäftigten dies mittragen“, so Brunn.

Natürlich dürften angesichts der ordentlichen konjunkturellen Lage die Beschäftigten damit rechnen, dass sie angemessen am Erfolg ihres Unternehmens beteiligt werden. Aber bei allem müsste die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und die Sicherung des Standorts das Ziel sein.

Für ihn steht fest: „Einseitige Ansprüche auf Arbeitszeitreduzierung, gar noch mit finanziellen Anreizen ausgestattet, würden nur den Fachkräftemangel verschärfen und die Unternehmen völlig überfordern.“


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