Der Trick: Hydraulischer Abgleich

Heizkosten senken – damit kann man im Sommer anfangen!


Rumschrauben bis zur Perfektion: Da sollte man nicht nur ans Auto denken?... Foto: Roth

Berlin. Pfeifen oder Rauschen – so meldet eine Heizung, dass sie nicht gut eingestellt ist. Auch wenn einige Heizkörper glühend heiß werden, andere dagegen fast kalt bleiben, zeigt das Handlungsbedarf an. Und was zu tun ist, lässt sich oft nur im Sommer machen.

Etwa die Vorlauftemperatur erhöhen oder die Leistung der Pumpe? Falsch: „So wird das Problem nicht bei der Wurzel gepackt, und der Energieverbrauch steigt“, so Andreas Braun, Experte der gemeinnützigen Organisation „co2online“. Ursache des Übels ist nämlich eine falsch eingestellte Anlage, die das warme Wasser nicht gleichmäßig verteilt.

110 Euro Ersparnis pro Jahr sind in einem Einfamilienhaus möglich

Helfen kann der „hydraulische Abgleich“: Danach bekommt jeder Heizkörper genau so viel Wasser, wie er braucht, und die Vorlauftemperatur kann gesenkt werden. „Dadurch spart ein durchschnittliches Einfamilienhaus dann bis zu 110 Euro Heizkosten im Jahr“, sagt Braun. Voraussetzung für so einen Abgleich sind voreinstellbare Thermostate, mit denen man den Wasserzufluss regulieren kann. „Moderne Thermostate haben den dafür nötigen Durchflussbegrenzer bereits integriert“, so Braun.

Die optimale Einstellung der Thermostate ermittelt der Heizungsbauer dann detailliert mithilfe einer sogenannten Heizlast-Berechnung. „Da jeder Mensch ein anderes Wärmeempfinden hat, sollte vorher geklärt werden, welche Temperatur in den einzelnen Räumen erreicht werden soll“, empfiehlt Braun. Die eigentliche Einstellung an den Heizkörpern ist dann nur eine Sache von Minuten.

Thermostate im Sommer tauschen

Der Abgleich kostet zwar rund 300 bis 500 Euro. Das Ergebnis hat dann aber Bestand, solange nicht eine neue Heizung, neue Fenster oder eine neue Dämmung eingebaut werden. Sind allerdings die Thermostate älter als etwa 20 Jahre, enthalten sie normalerweise keine Durchflussbegrenzer und müssten ausgetauscht werden: Das kostet 20 bis 30 Euro pro Heizkörper extra. Und das Heizungswasser muss für den Austausch meist abgelassen werden – das macht man also idealerweise im Sommer.

Übrigens: Wer noch eine Heizungspumpe hat, die älter als zehn Jahre ist, sollte sie ebenfalls austauschen. „Alte Pumpen sind Stromfresser, die mehr verbrauchen als Waschmaschine und Fernseher zusammen“, betont Braun.

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