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Hart im Nehmen


Kautschuk kann Leben retten – in der Industrie schützt das Material außerdem vor Verschleiß

Nachgiebigkeit – das ist eine Eigenschaft, die Gummi auszeichnet. Wo es gilt, Schäden und Verletzungen zu vermeiden, kommt der Werkstoff oft zum Einsatz.

Zum Beispiel auch da, wo nach einem Missgeschick mitunter Tränen fließen. Nicht immer kann um Rutsche und Spielburg ein Sandkasten gelegt werden, der kleine Kletterer weich landen lässt. Dann bieten sich Fallschutzplatten aus Gummi an. Der elastische Untergrund schont auch die Gelenke.

Diese wetterbeständigen Schutzengel aus Recycling-Gummigranulat fertigt die Kautschuk-Industrie. Es gibt auch komplette Dame- und Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielfelder aus farbbeständigem EPDM-Gummi.

Nicht nur das: So mancher Autofahrer konnte schon erleichtert aufatmen, weil eine Einfahrt nicht von Beton-, sondern Gummipollern umrahmt wahr.

Membranen stoppen Wassereinbrüche

Treppenauflagen aus Gummi bewähren sich unter anderem in Altersheimen.

Gummi-Bodenbeläge findet man auch auf Lastwagen. Dort verhindern sie das Verrutschen der Ladung.

Und während Tempohemmschwellen vor allem in Wohngebieten das Tempo drosseln, erleichtern Bahnübergangssysteme das Überfahren von Schienen.

Auch in der Schwerindustrie ist das Material gefragt, wenn es um die Sicherheit geht – als Verschleiß- und Korrosionsschutz. Rohre, Pumpen, Ventile, Rührwerke, diverse Behälter – viele dieser Produkte werden durch Gummierungssysteme vor Korrosion und Abrieb bewahrt.

Das sind aber noch längst nicht alle Anwendungsgebiete. Riesige Gummi-Membranen bannen zum Beispiel bei unterirdischen Baustellen die Gefahr von Wassereinbrüchen. Sogenannte Schießstandvorhänge aus Gummi wiederum schützen vor Splittern und Staub. Zusätzlich verbessern sie die Raumakustik.

Menschen aus Sümpfen ziehen

Bei Unfällen können aufblasbare Hebekissen helfen, Leben zu retten. Diese sind aus gummibeschichteten Polyamidgewebe und lupfen zum Beispiel umgestürzte Fahrzeuge an.

Eingeklemmte Personen können anschließend leichter geborgen werden. Gerade mal handgroße Mini-Hebekissen stemmen mit einem Innendruck von acht Bar innerhalb weniger Sekunden sogar schwere Felsen.

Über pneumatische Rettungsstege gelangen Schiffbrüchige an Bord von Seenotrettungskreuzern, und es werden Menschen aus Sümpfen gezogen.

Faltbare Gummi-Tanks wiederum, die etliche 100.000 Liter Treibstoff oder Wasser fassen, kommen unter anderem bei humanitären Katastrophen zum Einsatz.

ADK

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