Export

Handel mit Russland nimmt Fahrt auf


Rekord für die deutsche Wirtschaft

Moskau. Belgien und Österreich vor Russland: In der Rangliste der wichtigsten deutschen Handelspartner liegt das riesige Land im Osten sogar noch hinter den beiden kleinen EU-Staaten.

Mit einem Import- und Export-Volumen von insgesamt 58 Milliarden Euro stand Russland 2010 gerade mal an elfter Stelle. Doch im vergangenen Jahr stieg der Warenaustausch mit Deutschland auf geschätzt mehr als 70 Milliarden Euro – ein neuer Rekord.

Und schon bald könnte das Geschäft mit Russland noch lebhafter werden. Denn Mitte dieses Jahres soll der Kreml-Staat Mitglied der Welthandelsorganisation WTO werden. Dafür fehlt nur noch das Okay des russischen Parlaments.

Zölle müssen gesenkt werden

Nach der Präsidentschaftswahl am 4. März wird der Beitritt zur WTO das nächste wichtige politische Ereignis. „Allein davon erwarten wir zusätzliche Impulse für die deutsche Wirtschaft in Höhe von jährlich 2 Milliarden Euro“, sagt Eckart Cordes, der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft.

Mitgliedschaft in der WTO heißt: Russland muss sich dann für einen Handel ohne Hindernisse einsetzen und zum Beispiel Zölle schrittweise senken. Etwa für Autos und Haushaltsgeräte.

Doch die Gebühren an der Grenze sind nicht die einzigen Bremsklötze. Jens Böhlmann von der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer in Moskau zählt die entscheidenden Punkte für mehr Schwung auf: „Der Staat müsste seinen Einfluss auf die Wirtschaft verringern, die Bürokratie abbauen und Korruption bekämpfen.“

Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin verspricht das zwar alles. „Staatliche Regulierung muss reduziert und durch Marktmechanismen ersetzt werden“, tönt er. Aber aus den schon öfters angekündigten Reformen ist bisher nichts geworden. Seit Wochen demonstrieren immer wieder Zehntausende Russen auf der Straße gegen Putin.

An seinem Wahlsieg gibt es trotzdem kaum Zweifel. „Etwas anderes zu erwarten, wäre unrealistisch“, erklärt Böhlmann. Dass sich Putin für die WTO entschieden hat, lässt immerhin auf mehr Bewegung hoffen. Ohnehin blieb dem mächtigsten Russen kaum eine andere Wahl. Zu stark hängt die Entwicklung des rohstoffreichen Landes vom Auf und Ab des Öl- und Gaspreises ab.

„Deshalb muss Putin jetzt alles tun, damit sich die Industrie in seinem Staat modernisiert“, sagt Böhlmann. Dafür würden zum Beispiel deutsche Maschinen gebraucht. Und das könnte den deutsch-russischen Handel weiter vorantreiben.

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