Nord-Wort

Haltet den Dieb!


Die Gemeinschaftswährung muss aus der Krise gerettet werden. Doch wer hat die ausgelöst?

„Der Euro ist in Gefahr!“ Das jedenfalls sagt die Politik, wenn mit dem Geld der Steuerzahler Milliarden-Rettungsschirme für notleidende Euro-Länder aufgespannt werden. Und weiter: „Fällt der Euro, fällt Europa!“ Zwingend ist die Solidarität der Euro-Staaten bei der Abwendung dieses Übels, wird uns damit gesagt.

Aber wer sind eigentlich die Übeltäter? Klar: „Die Zocker, die gegen den Euro wetten.“ Die Politik bläst also zur Abwehrschlacht gegen die internationalen Spekulantenmächte. So wird es dem Bürger erklärt, wenn man in seine Tasche greift. Und so wird am Arbeitsplatz und an den Stammtischen diskutiert: Die Spekulanten, diese Übeltäter!

Doch halt, wie ist das eigentlich mit Ursache und Wirkung? War da nicht zuerst die gigantische Staatsverschuldung? Die Pleitestaaten liehen sich doch das Geld auf der ganzen Welt bei Bürgern, Banken und Staaten, um soziale Wohltaten zu bezahlen. Und als die Geldgeber langsam Angst bekamen, stießen viele die Schrottpapiere ab: Die Schuldenbarone mussten immer mehr bieten, um weiter frisches Kapital zu erhalten. Eine Spirale aus wachsenden Schulden, wachsendem Risiko und steigenden Zinsen! Das ist nun wirklich ein Risiko fürs Währungssystem.

Ursache ist also das Schuldenmachen der Staaten und der Politiker, die immer und überall Staatsknete verteilen. Die Börse, an der clever, aber nicht kriminell gerechnet wird, reagiert nur. Die Politik zeigt auf den Wertpapierhandel, nennt ihn „Spekulation“ und ruft „Haltet den Dieb!“ – um von ihrer eigenen Verantwortung abzulenken.

Und offenbar lernt niemand aus dem Debakel. Die neueste Forderung aus der Politik: In der Klinik nur noch Zweibettzimmer! Kosten? Egal, einfach weiter Schulden machen! Das ist verantwortungslose Spekulation auf Wählerstimmen, aber keine Sozialpolitik. Fehlt nur noch: „Freibier für alle!“

Elbe

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