Sogar die Bundestagswahl gilt als Angriffsziel

Hacker-Alarm in Deutschland: Die Gefahr durch Cyber-Kriminalität war nie größer

Wirtschaft, Infrastruktur, Privathaushalte: Hacker haben unser gesamtes Leben ins Visier genommen. So wurde etwa jedes zweite deutsche Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren zum Angriffsziel. Und die Bedrohung wird immer größer.

Dunkle Macht: Ein Großteil der Hacker-Attacken kommt aus dem Ausland. Foto: Fotolia

Dunkle Macht: Ein Großteil der Hacker-Attacken kommt aus dem Ausland. Foto: Fotolia

Der Bundestag: Experten warnen vor einer Beeinflussung der Wahl durch Fake News. Foto: Trutschel/Deutscher Bundestag

Der Bundestag: Experten warnen vor einer Beeinflussung der Wahl durch Fake News. Foto: Trutschel/Deutscher Bundestag

„Digitalisierung wird ein Einfallstor für Cyber-Kriminelle!“ Götz Schartner, Unternehmer und Profi-Hacker. Foto: Roth

„Digitalisierung wird ein Einfallstor für Cyber-Kriminelle!“ Götz Schartner, Unternehmer und Profi-Hacker. Foto: Roth

Köln. Eine Gefahr, die man weder sieht noch riecht oder hört – was fällt einem da ein? Gas vielleicht, Strom auch. Götz Schartner hat noch eine Antwort parat. „Hacker! Die Gefahr aus dem Cyberspace war noch nie so groß wie heute.“

Und der Chef der renommierten IT-Sicherheitsfirma „8com“ setzt noch einen drauf: „Die Bedrohung wird weiter steigen.“ Weil die Cyber-Angreifer unser gesamtes Leben ins Visier genommen haben: „Die Wirtschaft, unsere Infrastruktur, Privathaushalte. Selbst die Bundestagswahl nächste Woche ist ein potenzielles Ziel!“

Zwar hält auch Schartner, selbst Profi-Hacker, eine technische Manipulation des Wahlergebnisses für schwierig. Weil wir hierzulande, anders als beispielsweise in den USA, immer noch mit Stift und Wahlzettel wählen. Die Gefahr lauere woanders: „Wir müssen mit massiven Versuchen rechnen, die Wähler durch Fake News in den sozialen Netzwerken zu beeinflussen.“ Nationen wie Russland hätten ein großes Interesse an der Destabilisierung der politischen Verhältnisse. „Es ist denkbar, dass hier auch auf den letzten Metern noch massiv attackiert wird.“

Attacken aus dem Cyberspace: Die Wirtschaft kann davon ein Liedchen singen. Laut einer aktuellen Studie des Berliner Hightech-Verbands Bitkom wurde jedes zweite deutsche Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren zum Ziel eines Hacker-Angriffs. Gesamtschaden: 110 Milliarden Euro! „Die Gefahr ist real, für Unternehmen aller Branchen und jeder Größe“, so Bitkom-Präsident Achim Berg.

So richtig rumgesprochen hat sich das wohl noch nicht: Nach Einschätzung des Tüv sind derzeit lediglich 3 von 100 deutschen Firmen ausreichend vor digitalen Angriffen geschützt. Wie kann das sein?

Zu wenig Geld für IT-Sicherheit

„Es fehlt in vielen Führungsetagen das Verständnis dafür, was da draußen wirklich lauert“, legt Profi-Hacker Götz Schartner den Finger in die Wunde. Zwar sei das Risikobewusstsein zuletzt durchaus gewachsen. „Dennoch will man sich nicht richtig mit dem Thema beschäftigen.“

Häufig kauften Betriebe sich schnell fertige „Anti-Hacker“-Lösungen von der Stange. „Die aber erkennen dann vielleicht die Hälfte der Bedrohungen. Wenn sie gut sind …“ Da wird an der falschen Stelle gespart, so eine Analyse der Beraterfirma KPMG: 20 Prozent der Firmen investierten gerade mal 10.000 Euro in IT-Sicherheit. Vernichtendes Urteil der Berater: „Das dürfte kaum ausreichen, um sich zu wappnen.“

Was man aber sollte. Denn nach Ansicht aller Experten wird das Risiko zukünftig noch deutlich größer. Experte Schartner: „Die Digitalisierung und Industrie 4.0 wird, wenn nicht endlich gegengesteuert wird, ein riesiges Einfalltor für Cyber-Kriminelle!“

Im Visier der Cyber-Krieger

Gier oder Zerstörungswut, Machtdemonstration oder Racheglüste – die Motivationen von Hackern sind so vielfältig wie ihre Angriffsziele. Klar ist: Alles, was irgendwie ans Internet angeschlossen ist, kann zum Ziel einer Attacke werden:


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Nicht nur die großen Firmen, politische Institutionen und prominente Personen – längst sind auch Privatanwender immer stärker ins Visier von Hackern geraten. Wie man sich zu Hause am besten davor schützt.

Manchmal spucken sie ihre Kurznachrichten aus 1.000 Accounts ins Netz. So versuchen Meinungsroboter, politische Debatten zu manipulieren. Betrieben werden sie von Computer-Freaks, nicht unbedingt von Geheimdiensten.

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