Tipp der Woche

Gute Zeichen


Ein Blatt für alle: Das neue EU-Bio-Logo (großes Bild) hat die gleiche Bedeutung wie das deutsche Sechseck. Grafiken: Werk (2)

Welche Label beim Einkauf besonders wichtig sind

Viele Produkte im Handel werben mit schön bunten „Gütesiegeln“ oder „Testurteilen“ um das Vertrauen von Otto Normalverbraucher. Und der reibt sich immer öfter die Augen: Mehr als 1.000 verschiedene Label soll es inzwischen schon geben – und ständig kommen neue hinzu. Oft sind es fantasievoll erfundene Logos ohne wirkliche Aussagekraft!

Keine Angst vor Fälschungen

Wenn aber ein Produkt von unabhängigen Prüfinstituten streng kontrolliert worden ist, kann man sicher sein: Hier gibt es Qualität fürs Geld. Entsprechend begehrt sind bei den Herstellern echte Testurteile und renommierte Siegel.

Angst vor Fälschungen muss man als Kunde aber nicht haben. „Natürlich kann man Logos nachmachen“, so Heike van Laak, Pressesprecherin bei Stiftung Warentest, „in der Praxis kommt das aber nur selten vor. Wir haben vielleicht 80 bis 90 Fälle pro Jahr, gegen die wir juristisch vorgehen.“

Der freie Markt sorgt selbst für Ordnung: „Die Wettbewerber beobachten das Verhalten der Konkurrenz ganz genau und gehen gegebenenfalls sofort gegen falsche Testurteile vor – das wird auch bei anderen Gütesiegeln ähnlich sein“, meint van Laak.

Was sind die wichtigsten Zeichen des Vertrauens?

Stiftung Warentest: Seit fast 50 Jahren prüft die unabhängige Stiftung die Qualität von Waren fast aller Art. Im Lauf der Zeit sind so mehr als 85.000 getestete Produkte zusammengekommen. Das Gesamturteil kann mal „sehr gut“ lauten –aber auch mal „mangelhaft“.
www.test.de

Blauer Engel: Er signalisiert seit 1978 die Umweltverträglichkeit einer Ware. Rund 11.500 Produkte tragen dieses Siegel. Die Prüfung erfolgt bei jeder Produktgruppe nach speziellen Kriterien, die vom Umweltbundesamt entwickelt werden.
www.blauer-engel.de

Oeko-Tex: Das 1992 eingeführte Label zeigt an, dass ein Textil auf über 100 gesundheitsschädliche Substanzen getestet worden ist. Auch Teile wie Knöpfe oder Nieten werden kontrolliert. Die weltweit gültigen Grenzwerte werden jährlich angepasst – falls neue Erkenntnisse das nötig machen. Babykleidung und Artikel mit Hautkontakt werden strenger geprüft als Jacken oder Vorhänge.
www.oeko-tex.com

EU-Bio-Logo: Das hellgrüne Blatt, das wir oben groß zeigen, gibt es erst seit Mitte 2010. Auf Dauer muss es EU-weit vorverpackte Öko-Lebensmittel kennzeichnen. Das Logo besagt, dass die „EG-Öko-Verordnung“ eingehalten wird. Mindestens 95 Prozent der Zutaten (bezogen auf das Gewicht) stammen aus ökologischer Produktion.

Bio-Siegel: Das deutsche Sechseck-Logo hat die gleiche Bedeutung wie das neue EU-Blatt. Es darf weiter verwendet werden.
www.bio-siegel.de

Was andere Öko-Zeichen bedeuten, zeigt www.allesoeko.net (eine Seite der Verbraucherzentrale Bayern).

Sammlung

Über mehrere Hundert Güte-, Prüf-, Umwelt- und sonstige Zeichen gibt eine praktische Internet-Datenbank gratis Auskunft: www.label-online.de

Hier kann man ein einzelnes Label ebenso suchen wie ganze Kategorien, etwa „Holz & Werkstoffe“.

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Gütesiegel auf Kleidung und Heimtextilien können die Kaufentscheidung erleichtern – wenn man etwa auf Umweltverträglichkeit und faire Produktionsbedingungen achten möchte. Hier bekommen Sie den Durchblick.

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