Haftpflicht

Gut geschützt?


Solide Sicherheit: Eine Basis-Police ist schon ab 50 Euro im Jahr zu haben – und damit wohl billiger als diese Rüstung. Foto: fotolia

Eine Haftpflicht-Versicherung sollte jeder haben – weil sie vor dem persönlichen Ruin bewahren kann

Sind Sie schuld? Zum Beispiel am Rotweinfleck auf dem teuren Teppich Ihrer Freunde? Dann haften Sie! Auch für den Laien verständlich gibt das der Paragraf 823 unseres Bürgerlichen Gesetzbuches vor: „Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.“

Das Problem: Das Risiko ist überhaupt nicht abschätzbar – möglicherweise haftet man wegen eines dummen Unfalls ein Leben lang und bis zum finanziellen Ruin. Schützen kann man sich davor ganz einfach: mit einer privaten Haftpflicht-Versicherung.

Viele Bürger leben riskant

„Diese Police ist ein absolutes Muss“, betont Bianka Bobell vom Bund der Versicherten, „dennoch haben leider drei von zehn Haushalten noch keine private Haftpflicht-Versicherung.“ Und das, obwohl dieser stabile Schutz laut Bobell schon ab etwa 50 Euro pro Jahr zu haben ist.

Allerdings sollten bestimmte Personen über eine Basis-Absicherung hinausdenken. Vor allem: junge Eltern!

Denn eine Standard-Police leistet in der Regel nicht, wenn Kinder unter sieben Jahren ein Malheur anrichten: Die Kleinen sind ja noch nicht schuldfähig. Auch die Eltern müssten nicht zahlen, Freunde mit bemalter Tapete hätten das Nachsehen. Es gibt allerdings Policen, die deliktunfähige Kinder ausdrücklich mitversichern (und die nicht prüfen, ob Aufsichtspflichten verletzt worden sind). „Sie kosten im Jahr zwischen 60 und 90 Euro bei einer Selbstbeteiligung von 150 Euro“, weiß Expertin Bobell.

Die normale Haftpflicht-Police zahlt übrigens auch dann nicht, wenn der Versicherte einen gemieteten, geliehenen oder gepachteten Gegenstand kaputt macht – wenn etwa der vom Nachbarn ausgeliehene Beamer runterfällt und nicht mehr geht. Allerdings zahlt sie, wenn der Gesichtscreme-Tiegel ins Waschbecken der Mietwohnung fällt und einen hässlichen Sprung hinterlässt: „Das ist ein Mietsachschaden“, erklärt Bobell, „versichert sind Raumbestandteile, die fest mit dem Gebäude verbunden sind.“

Ein zusätzlicher Schutz ist in besonderen Situationen angesagt: Wer ein Haus baut, braucht eine Bauherren-Haftpflichtversicherung. Die hilft, wenn zum Beispiel ein Fußgänger durch herabfallendes Material verletzt wird. Kleinere Umbauten oder Renovierungen sind in der Regel über die normale Haftpflicht-Police abgedeckt. Also: Vor dem Wintergarten- oder Carport-Bau ins Kleingedruckte gucken!

Policen für Öltanks und Hunde

Wer Immobilien besitzt, sollte eine Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung haben. Für Besitzer selbstbewohnter Einfamilienhäuser genügt aber auch hier die normale private Haftpflicht-Police. „Bei einigen Anbietern gilt das auch für eine Einlieger- oder Eigentumswohnung“, so Bobell.

Wer einen Öltank hat, sollte prüfen, ob nicht eine eigene Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung nötig ist.

Nur spezielle Policen schließlich zahlen auch für Schäden, die Hunde, Pferde oder Boote verursachen können. Generell gilt: Je ungewöhnlicher das Risiko, umso nötiger ein besonderer Schutz.

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aktualisiert am 09.10.2017

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