Leitartikel

Gut, dass wir die D-Mark nicht mehr haben!

AKTIV-Chefredakteur Ulrich von Lampe. Foto: Roth

Was für ein Spektakel: Die USA lahmgelegt, Millionen Staatsdiener plötzlich ohne Gehalt, selbst die Freiheitsstatue in New York vorübergehend wegen Geldmangels geschlossen! Und wir gucken entspannt zu. Als würde im Fernsehen eine exotische Sportart übertragen.

Doch was da in den letzten Wochen ablief, ist kein Spiel. Es bedroht die Weltwirtschaft. Und was deutsche Jobs in dieser Lage am besten schützt, ist der Euro.

Mit unvorstellbaren 11.000 Milliarden Dollar war Amerika verschuldet, als Barack Obama im Jahr 2008 zum Präsidenten gewählt wurde – und 2017, wenn sein Nachfolger ins Amt kommt, sind es Prog­nosen zufolge 22.000 Milliarden! Das Parlament blockierte jetzt die Aufnahme weiterer Schulden, nicht zum ersten und wohl auch nicht zum letzten Mal.

Die Weltmacht laviert damit am Rand der Zahlungsunfähigkeit. Und die Investoren aus aller Welt gucken gar nicht entspannt zu. Sie suchen nach Alternativen zum Dollar. Gäbe es noch die D-Mark, die Kapitalanleger wären inzwischen wohl massiv in unsere Währung geflüchtet.

Diese hätte dadurch abrupt an Wert gewonnen – am Ende vielleicht so heftig wie in der großen Wirtschaftskrise 1993. Damals wurden allein im größten Indus­triezweig Metall und Elektro 700.000 Jobs vernichtet: Viele Produkte ließen sich zu den mit einem Mal viel höheren D-Mark-Preisen nicht mehr verkaufen.

Zwar ist zuletzt auch der Euro relativ zum Dollar teurer geworden. Aber als Teil der Währungsunion, auf Augenhöhe mit Amerika und China, steht unser Land robuster da; zudem sind viele Exporte durch das gemeinsame Geld praktisch Inlandsgeschäft. Das wird von Euro-Kritikern leider komplett ausgeblendet.


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