Ehrenamtlicher Einsatz – ein Thema auch für die Wirtschaft

Günter Netzer erzählt beim Herrenhäuser Wirtschaftsforum, wie wichtig Freiwillige sind

Hannover. Als kleiner Junge stand er im Abseits, als erwachsener Mann im Rampenlicht: Günter Netzer, Fußball-Ikone der 70er-Jahre. Erst als der kleine Günter im Alter von sechs, sieben Jahren einen Lederfußball bekam, durfte er mit den anderen Jungs auf der Straße mitkicken.

Dass er später zum Weltstar wurde, verdankt er auch seinen ersten Trainern. Und den Vätern von Mitspielern, die Trikots wuschen, Schiedsrichter spielten und die Fahrten zu den Auswärtsspielen organisierten. „Ohne die wär nichts gegangen“, erinnert sich das Idol ganzer Fußball-Fan-Generationen heute.

Fast 70 Prozent der Betriebe geben konkrete Unterstützung

Der Ausnahme-Fußballer und erfolgreiche Medienunternehmer war einer von vielen Promis, die beim jüngsten „Herrenhäuser Wirtschaftsforum“ über das Ehrenamt, seine Bedeutung und Zukunft diskutierten. Der Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall hatte ihn für einen kurzweiligen Talk über Engagement und Ehrenamt gewinnen können – ebenso wie den Business-Trainer und Schwimm-Olympiasieger Michael Groß, den Hörgeräte-Unternehmer und Hannover-96-Präsidenten Martin Kind, den Kölner Sportprofessor Christoph Breuer sowie die Sportmoderatoren Marcel Reif und Werner Hansch.

Tenor der hochkarätigen Veranstaltung in der Herrenhäuser Galerie: Nicht nur der Sport baut Brücken, sondern eben auch das damit verbundene Ehrenamt. Und grundsätzlich: Das Engagement der Bürger in gesellschaftlichen Gruppen – vom Sportverein über die Parteien bis hin zu den Gewerkschaften – gehört für ein zukunftsfestes Deutschland zwingend hinzu.

Wettbewerb um Ehrenamtliche weit über die Sportvereine hinaus

Eine Umfrage zeigt: 70 Prozent der niedersächsischen M+E-Unternehmen finden das ehrenamtliche Engagement wichtig – und fast ebenso viele unterstützen ganz konkret das Engagement ihrer Mitarbeiter. Bemerkenswert ist zudem, dass jedes dritte Unternehmen in der Unterstützung von Sportvereinen, der freiwilligen Förderung von Schulen, Feuerwehren und dem sozialen Umfeld ein geeignetes Instrument sieht, leichter neues Personal zu gewinnen.

Doch Professor Christoph Breuer weiß aus einem Forschungsprojekt: Den 90.000 Sportvereinen mit 28 Millionen Mitgliedern gehen die ehrenamtlichen Funktionsträger aus. „Vorstandsmitglieder und Übungsleiter fehlen. Die gesellschaftliche Säule Sportverein wackelt.“

Deshalb steht für Unternehmer und Hannover-96-Präsident Martin Kind fest: „Die Infrastruktur der Vereinslandschaft muss überprüft werden. Inzwischen herrscht ein Wettbewerb um Freiwillige, der weit über Sportvereine hinausgeht.“


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