Erneuerbare Energien

Grün und günstig


Gurken im April? Kein Problem! Ago baut Bio-Heizkraftwerke für Mittelständler

Kulmbach. Damit sie ganzjährig knackiges Gemüse verkaufen können – dazu brauchen Großgärtnereien riesige Treibhäuser. Die ordentlich zu heizen, geht ins Geld. Doch ein Gemüse-Produzent aus Thüringen hat kürzlich ein echtes Schnäppchen gemacht: Er bezieht die Energie nicht mehr von einem Gaslieferanten, sondern von einem Biomasse-Heizkraftwerk auf seinem Firmengelände. Seine Investitionssumme: Null Cent!

300.000 Euro Energiekosten gespart

Die Ago AG im oberfränkischen Kulmbach hat sich auf solche Anlagen spezialisiert. „Wir sind Dienstleister für mittelständische Unternehmen“, erläutert Vorstand Hans Ulrich Gruber. „Während der 10- oder 15-jährigen Laufzeit zahlt der Kunde einen günstigen Wärme-Preis.“ Da komme einiges an Ersparnis zusammen, rechnet Gruber vor: „Unser neuer Großkunde aus Thüringen, der eine der größten Treibhaus-Anlagen Europas betreibt, zahlt jetzt Jahr für Jahr rund 300.000 Euro Energiekosten weniger als bisher.“

Dabei hat Ago nicht nur Gärtner im Blick. Das Unternehmen, das seit dem vergangenen Jahr auch an der Börse notiert ist, hat den gesamten Mit telstand im Visier – und als Nächstes vor allem die Kunststoff herstellenden Betriebe. „Für die gehen die zunehmenden Stromausfälle richtig ins Geld“, argumentiert Gruber. „Wenn der Kunststoff in den Formen kalt wird, muss gereinigt, neu geheizt und wieder angefahren werden. Ein Kraftwerk auf dem eigenen Gelände macht das Unternehmen unabhängig.“

Kunden in vielen Industriezweigen

Wärme aus Biomasse – wer sich dafür entscheidet, muss sich als Ago-Kunde nicht unbedingt auskennen mit dem Paragrafen-Dschungel zum Thema „Erneuerbare Energien“. Auch über die Finanzierung muss er sich nicht den Kopf zerbrechen – schließlich laufen die Anlagen, die je nach Größe 2 bis 10 Millionen Euro kosten, im Eigentum und auf Risiko von Ago. Treten Probleme auf, genügt ein Anruf und die Fachleute sind zur Stelle. „Ich mache das!“, lautet die Übersetzung des Firmennamens Ago aus dem Lateinischen.

Die 120 Mitarbeiter, vorwiegend Techniker und Ingenieure verkaufen keine Anlagen von der Stange. Planung und Entwicklung sind für jeden Kunden maßgeschneidert.

Wenn in der Produktion eigene Biomasse als Reststoff anfällt, wie etwa der Treber in einer Brauerei, dann wird das in die Energie- und Wärme-Erzeugung mit einbezogen. Das senkt die Kosten.

Ebenfalls Geld sparen hilft eine schnelle Umsetzung. Schließlich macht es sich bei den Heizkosten bemerkbar, ob die moderne Anlage noch vor dem Winter oder erst im Frühjahr in Betrieb geht.

Dabei kann ein Biomasse-Heizkraftwerk nicht nur Wärme oder Strom liefern, erläutert Gruber. So setzt eine Papier-Fabrik im Allgäu die von Ago bereitgestellte Anlage zur Trocknung in der Produktion ein. Lebensmittelbetriebe können mit kältetechnischen Anlagen zum Beispiel Fleisch und Frischwaren in der Lagerhalle kühlen.

„Je höher die Strom- und Gaspreise klettern, desto mehr lohnt sich die Investition für eine eigene Anlage mit uns“, freut sich Gruber. „Denn nichts ist wichtiger, als die Energiekosten klein zu halten und dabei die Umweltbilanz zu verbessern.“

Artikelfunktionen


Schlagwörter: Rohstoffe Energie

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang