Brauchtum

Grenzacher Narrenspruch auf dem Prüfstand


„Trotz Gschtank der Chemie, Fasnacht muess si!“ Stimmt die Parole?

Grenzach. In diesen Tagen hört man‘s im Dreiländereck schallen: „Trotz Gschtank der Chemie, Fasnacht muess si!“ Der Ruf der Narrenzunft Grenzach, in der 200 Fasnachter organisiert sind, erklingt fröhlich bei Sitzungen, Zunftabenden, dem Umzug. Stinkt es tatsächlich in der Gemeinde am Hochrhein?

„Den Narrenruf gibt es seit der Gründung der Narrenzunft 1959“, erklärt Oberzunftmeister Marcus Schär. „Damals roch es hier wohl wirklich etwas streng“, vermutet er. In Grenzach-Wyhlen und Umgebung waren zu dieser Zeit bereits viele produzierende Unternehmen angesiedelt.

Schnüffelt man jetzt kritisch, riecht man in der Regel nichts davon. Schär: „Heute gehört der Narrenruf nur noch zur Tradition der Zunft.“

„Gerüche werden an der Quelle abgesaugt“

Dass die Parole an Aktualität verloren hat, liegt einmal an den strengen Gesetzen zur Luftreinhaltung. Heute regeln etwa das Bundes-Immissionsschutzgesetz und die „Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft“ ganz genau, was aus den Schloten der Industrie qualmen darf.

Zudem unternimmt die Branche zahlreiche freiwillige Anstrengungen und Leistungen, die weit über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen. Zum Beispiel die weltweite Responsible Care-Initiative.

Ihr Ziel ist eine ständige Verbesserung der Leistungen für Umweltschutz, Gesundheit am Arbeitsplatz und für die Sicherheit.

Wie aber funktioniert Luftreinhaltung in der Praxis? Ganz allgemein nutzen die Betriebe etwa Filter- und Abscheide-Anlagen, die vom Bundesumweltamt genehmigt und regelmäßig kontrolliert werden müssen. Wie das nun vor Ort in Grenzach aussieht, erklärt Joachim Eckenberger. Er leitet die Bereiche Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz des Chemie-Konzerns BASF in einem Zweigwerk vor Ort. „Grundsätzlich werden bei uns Gerüche an der Quelle abgesaugt“, so der Experte. Abluft wird etwa mit Aktivkohle gereinigt oder sie durchläuft einen Nasswäscher, der Geruchsstoffe auswäscht. „Bei der Abwasserbehandlung wenden wir ebenfalls neue Verfahren und Techniken an“, ergänzt Eckenberger.

Gesamte Abluft penibel gefiltert

Auch der Arzneimittel-Hersteller GP Grenzach sorgt dafür, dass die Luft rein bleibt: „Unsere gesamte Abluft ist gefiltert“, berichtet Frank Pokorny, Leiter für Sicherheit und Umweltschutz. Dadurch gehen bei der Herstellung entstehende Stäube erst gar nicht nach außen.

Als Geruch wahrnehmbare oder gar gefährliche Gase entwickeln sich bei der Produktion ohnehin nicht. Pokorny: „Was wir an die Luft abgeben sind kleine Mengen reiner Wasserdampf.“

www.responsible-care.de

Info: Gute Werte für Grenzach-Wyhlen

Das Umweltbundesamt misst regelmäßig Stickstoffdioxid-, Feinstaub- und Ozonbelastung. Jeder kann sie einsehen und nachschauen, wie es um die Qualität der Luft an seinem Wohnort bestellt ist. Die Region um Grenzach-Wyhlen steht dabei gut da: Die Werte liegen im bundesweiten Vergleich immer an der untersten Grenze.

Eine interaktive Karte gibt’s im Netz unter umweltbundesamt.de

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