Maschinenbau

Gießereien für die Welt


Künkel-Wagner: Riesiger Erfahrungsschatz sorgt für Vertrauen beim Kunden.

Alfeld. Wenn Bernd Timmermann, Geschäftsführer der Künkel-Wagner Prozesstechnologie GmbH, morgens in sein Büro kommt, startet er zuerst den Computer und liest die Mails – aus China und vielen anderen Ländern. Künkel-Wagner baut Anlagen für die Gießerei-Industrie – meistens im Ausland, oft an entlegenen Orten dieser Welt.

Nicht selten meldet sich von dort aus Timmermanns Chefmonteur Harald Müller, teilt ihm mit, dass er nach anstrengender Reise gut an seinem Einsatzort eingetroffen ist.

Seit 40 Jahren reist Müller für Künkel-Wagner durch die Welt. „Viele Kunden haben im Laufe der jahrzehntelangen Zusammenarbeit ein enges Vertrauensverhältnis zu unseren Monteuren aufgebaut“, berichtet Timmermann.

Anlagen in Indien und China

Künkel-Wagner hat seinen Stammsitz in Alfeld an der Leine. In den über 100 Jahren Firmengeschichte hat der mittelständische Betrieb mit der Entwicklung zukunftsweisender Gießerei-Technologien Maßstäbe gesetzt.

In Indien haben die Alfelder unter allen Herstellern die meisten Formenanlagen gebaut. „Mindestens 15 Stück“, schätzt Timmermann. In China, dem vergleichsweise größten Markt der Alfelder, werden es schon bald 30 sein.

Die Gießerei-Branche boomt weltweit. Doch wer glaubt, dass es für einen Anlagenbauer deshalb zurzeit ein leichtes Leben ist, der irrt. „Wir erleben einen extrem harten Preiskampf“, berichtet Timmermann. Die Rohstoffpreise sind explodiert. Das lässt sich nicht 1:1 weitergeben. „Im Gegenteil, viele Kunden erwarten dennoch, dass wir ständig mehr zu günstigeren Preisen bieten“, sagt der Geschäftsführer. Automatisierung ist in Gießereien nichts Neues. Schon in den 50er-Jahren hatte Künkel-Wagner die ersten Anlagen gebaut. „Neu sind vielmehr die ständig wachsenden Anforderungen an unsere Anlagen“, erzählt Timmermann.

Weil zum Beispiel die Autos der Zukunft immer leichter werden, hat das große Auswirkungen auf die Form der Gussteile.

Zu den höheren Anforderungen gehören auch höhere Qualität und ein erweitertes Leistungsangebot.

Weil die Gießer ihren Kunden zum Beispiel jederzeit nachweisen müssen, wann, wo und in welcher Schmelze sie jedes einzelne Gussteil hergestellt haben, hat dies auf die Hersteller der Anlagen besondere Auswirkungen. Timmermann: „Wir sind Teil dieses Prozesses und tragen mit dazu bei, dass die Gießerei es hierbei wesentlich leichter hat.“

Mehr Elektronik in den intelligenten Steuerungen der Anlagen sorgt für eine bessere Überwachung. Die Produkte aus Alfeld sind trotz aller modernen Technik solider Maschinenbau, der im Durchschnitt über 30 Jahre tagtäglich seinen Dienst in rauer Umgebung leistet. „Wir garantieren bei guter Pflege der Anlage eine Verfügbarkeit von bis zu 98 Prozent“, weiß Timmermann.

Erfahrungsschatz der Monteure

Dennoch muss Service garantiert werden. Und dafür ist Harald Müller mit einem riesigen Erfahrungsschatz weltweit unterwegs. „Monteure wie Harald Müller“, so der Geschäftsführer, „kennen das Geschäft aus dem Effeff.“ Und fügt schmunzelnd hinzu: „Sie können am Rauschen des Öls in den Hydraulikschläuchen hören, ob ein Ventil falsch eingestellt  ist.“

Info: Künkel-Wagner Prozesstechnologie GmbH

Künkel-Wagner wurde 1907 als spezialisiertes Maschinenbau-Unternehmen für die Gießerei-Industrie in Alfeld an der Leine gegründet. 260 Mitarbeiter konstruieren, fertigen und setzen komplette Gießerei-Anlagen weltweit in Betrieb. Der Exportanteil liegt bei über 80 Prozent:

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