Gewinnbringende Schönheit


Raffinierte Neuheiten mischen den Kosmetik-Markt auf

Fünf Stunden pro Woche widmet eine Frau ihrer Schönheit – Haare waschen, Eincremen und Make-up. Auch die Herren nehmen sich heute eine Menge Zeit für Haut und Fältchen. Körperpflege ist angesagt. Und das Tag für Tag.

Rezepturen mit Friseuren entwickelt

Wer in den Cremetöpfchen der Nation erfolgreich mitmischen will, muss sich allerdings immer wieder Neues einfallen lassen. Denn der Kosmetikmarkt ist heiß umkämpft. 12,8 Milliarden Euro setzten die Hersteller von Körperpflegemitteln 2010 um. In diesem Jahr hoffen sie auf ein Plus von 1,5 Prozent. Besonders mit Neuheiten profitieren sie davon.

Beispiel Haarpflege

Vor knapp anderthalb Jahren brachte Hersteller Henkel mitten in der Krise eine neue Produkt-Serie auf den Markt. Und landete damit einen großen Coup. Binnen weniger Monate eroberte die Marke „Syoss“ bei der Haarpflege einen Anteil von mehr als 5 Prozent, was in der Branche als „magische“ Marke gilt.

Die neuen Shampoos, Sprays und Farben der Düsseldorfer lehnen sich bei der Qualität an professionelle Haarpflege an. „Das sorgte für den Erfolg“, verrät Kosmetik-Marketingchefin Tina Müller. Die Rezepturen entwickelten übrigens Friseure mit.

Beispiel Sonnenschutz

Forscher des Leverkusener Chemie-Unternehmens Bayer peppen die Leistung von Sonnenschutz-Sprays und -Lotionen auf. Möglich macht es eine sogenannte Dispersion, also eine Lösung des Kunststoffs Polyurethan, erklärt Chemikerin Paula Rodrigues: „Sie verstärkt den Effekt der UV-Filter und erhöht so den Lichtschutzfaktor.“ Zudem macht der Kunststoff die Schutzschicht wasserfester.

Die Dispersion trägt den Markennamen „Baycusan“. Für die Herstellung hat Bayer in Dormagen eigens eine 2,3 Millionen Euro teure Anlage errichtet.

Beispiel Nagellack

Er trocknet schneller, glänzt mehr und ist kratzfester. Dahinter verbergen sich modifizierte Silikon-Materialien („Belsil“) aus den Labors des Münchner Chemie-Konzerns Wacker. Sie bestehen aus einer Kombination von Silikon- und Kunststoff-Teilchen: „Dadurch hält der Lack auch bei hoher Beanspruchung lange“, erklärt Chemiker Claudius Schwarzwälder. „Zugleich fühlt er sich weich und seidig an.“ Das lässt Frauenherzen höher schlagen.

Auch Lippenstifte profitieren von den Silikonen. Schwarzwälder: „Sie halten dann länger und färben nicht ab.“ Kurz: Sie sind kussecht. Selbst in Haarsprays kommen die Silikone zum Einsatz. Sie verleihen der Frisur guten Halt und weichen Griff.

Beispiel Hautpflege

Ein neues Öl für Kosmetik-Rezepturen haben Forscher der BASF-Geschäftseinheit Personal Care Europa mit Sitz in Monheim ausgetüftelt. Das Öl („Cetiol RLF“) besteht zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. „Es ist dermatologisch getestet“, sagt Chemiker Peter Kempers. Gut für empfindliche Haut von Baby und Oma.

Ohnehin verkauft sich Naturkosmetik gut: Um 11 Prozent wuchs ihr Umsatz 2010 auf fast 800 Millionen Euro. Deutschland ist der größte Markt für Naturkosmetik in Europa.

 

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