Wirtschaftslexikon

Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuer ist die wichtigste Einnahmequelle der deutschen Gemeinden. Im Jahr 2012 kamen insgesamt mehr als 42 Milliarden Euro zusammen – das ist der bisher höchste Wert.

Die Gewerbesteuer ist eine sogenannte Real-, Objekt- oder Sachsteuer. Denn besteuert werden ein Gewerbebetrieb und dessen Ertragskraft. Gezahlt wird in den Gemeinden, in denen die Firma Betriebsstätten hat.

Den Steuersatz legt jede Gemeinde selbst fest: mit dem sogenannten Hebesatz. Dieser Satz muss mindestens 200 Prozent betragen. So wird verhindert, dass eine Gemeinde eine Steueroase werden könnte – bezogen auf die Gewerbesteuer. In der Regel sind die Hebesätze in Großstädten höher als im Umland.

Die Einnahmen für die Gemeinden schwanken mit der Konjunktur

In München zum Beispiel liegt der Satz bei 490 Prozent, in Hamburg bei 470 Prozent und in Essen bei 480 Prozent. Basis für die Berechnung der Steuerzahlung ist der Gewinn aus dem Gewerbebetrieb. Freibeträge werden abgezogen. Dann wird das Ergebnis mit dem einheitlichen Gewerbesteuersatz (auch: Steuermesszahl) von 3,5 Prozent multipliziert. Der sich daraus ergebende Steuermessbetrag wird mit dem Hebesatz der Gemeinde malgenommen. Das Resultat ist die Steuerschuld.

Einer der Kritikpunkte an der Gewerbesteuer ist der Wettbewerbsnachteil im Außenhandel mit Ländern, in denen es eine solche Steuer nicht gibt. Außerdem hängen die Einnahmen für die Gemeinden stark von der Konjunktur ab. In wirtschaftlich schwachen Zeiten machen Unternehmen weniger Gewinn, womit das Aufkommen der Gewerbesteuer entsprechend sinkt.

Und die Gewerbesteuer ist wegen ihrer Ausnahmen umstritten. Wer einen freien Beruf ausübt, muss sie zum Beispiel nicht zahlen.


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Schlagwörter: Steuern Politik

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