Konjunktur

Gesundheitsreform bremst die Pharma-Branche


Export-Artikel: Die Ausfuhr der Phama-Hersteller legte zu. Foto: fotolia

Berlin. Pharma-Unternehmen investieren immer weniger in Deutschland. Das ist eine Konsequenz der Gesundheitspolitik: „Die Überregulierungen haben uns einen Schlag versetzt, der an die Substanz geht“, so Hagen Pfundner, Vorsitzender des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) in Berlin.

Allein die Zwangsrabatte in Höhe von 16 Prozent für die Krankenkassen und eine von der Bundesregierung verhängte Preisbindung in den Jahren 2010 bis 2013 belastet die Mitgliedsfirmen in der Summe mit 7 bis 8 Milliarden Euro. Pfundner: „Und das, obwohl die Kassen inzwischen einen Überschuss von 27 Milliarden Euro angehäuft haben.“

Die Sparmaßnahmen der Regierung bremsten seit 2010 nicht nur den Inlandsumsatz „spürbar“, sondern auch Beschäftigung und Investitionen: Arbeiteten vor drei Jahren noch 82.100 Männer und Frauen in den 44 vfa-Firmen, wird sich ihre Zahl bis Jahresende voraussichtlich auf unter 80.000 verringern, schätzt der Verband. Die Investitionen sanken seit 2010 um 13 Prozent von 1,1 Milliarden Euro auf heute 960 Millionen. Dieses Niveau will man möglichst halten, so der Vorsitzende.

Harter Wettbewerb mit Asien und Lateinamerika

Es sei aber immer schwerer, Unternehmen für den Standort Deutschland zu begeistern: „Bei Roche habe ich über ein Jahr lang hart diskutiert, damit jetzt 200 Millionen Euro in den bayerischen Standort Penzberg fließen“, so Pfundner. Er leitet das Deutschland-Geschäft des Schweizer Pharma-Riesen.

Er befürchtet, dass die Branche in Deutschland im Wettbewerb mit Asien und Lateinamerika immer mehr Arbeitsplätze verliert und bei Investitionsentscheidungen leer ausgeht.

Pfundner warnt: „Der Pharmastandort Deutschland lebt inzwischen fast ausschließlich vom Export.“ Der stieg 2011 um 6,9 Prozent auf 20,7 Milliarden Euro. Der Inland-Umsatz fiel dagegen von 16,9 auf 16,7 Milliarden Euro.

Insgesamt erwartet der Verband im laufenden Jahr einen Zuwachs von etwa 3 Prozent des Gesamtumsatzes seiner Firmen auf etwas über 40 Milliarden Euro.

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