Tipp der Woche

Geschützte Kaufkraft


Sichere Sache: Inflationsindexierte Anleihen kommen von einem soliden Schuldner – Vater Staat. Foto: Vario Images

Neuigkeit für deutsche Sparer: Anleihen bewahren vor steigender Inflation

Seit Monaten ziehen die Preise an, im März betrug die Inflationsrate 3,1 Prozent. Geht es so weiter?

Die Experten sagen uns: Nein. Im Jahresschnitt 2008 landen wir bei 2,6 Prozent Geldentwertung, im Jahr 2009 bei nur noch 1,8 Prozent – so verkündeten es führende Wirtschaftsforschungsinstitute vor kurzem in ihrem Frühjahrsgutachten. Doch viele AKTIV-Leser schicken uns dazu skeptische Briefe: Sie misstrauen der optimistischen Prognose. Und den rasanten Anstieg des Ölpreises hat schließlich auch kaum einer vorausgesagt.

Für alle, die auf Nummer sicher gehen wollen und die Kaufkraft ihrer Ersparnisse selbst bei weiter steigender Inflation erhalten wollen, gibt es eine Spezialität: „inflationsindexierte Anleihen“.

Rendite aus zwei Komponenten

Dabei handelt es sich um eine in Deutschland noch recht neue Sparform. Für Anleger, die an steigende Inflation glauben, „erweisen sich diese Anleihen wirklich als sinnvoll“, urteilt Niels Nauhauser, Experte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Wenn die Inflationsrate dagegen sinkt oder auch nur stabil bleibt, dann fährt man mit normalen Zins-Papieren noch besser.

Inflationsindexierte Anleihen verfügen über einen Mechanismus, der die Inflation weitgehend in Schach hält: Zinsen und Rückzahlungsbetrag stehen nicht von vornherein fest, sondern sind an die Teuerung gekoppelt – hierzulande an die Inflationsrate der Euro-Zone ohne Tabakwaren.

Die Rendite setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: einem auf den ersten Blick niedrigen Zinssatz und dem Inflationsausgleich. Liegt die Inflationsrate zum Beispiel bei 3 Prozent, dann steigt bei einer 1.000-Euro-Anleihe nach einem Jahr der Tilgungswert  um eben diese 3 Prozent auf 1.030 Euro. Dieser Wert ist dann die Basis für die erste  Zinszahlung. Jedes Jahr wird so gerechnet – bis zur Rückzahlung der Anleihe.

Täglich handelbar

Natürlich knabbert auch an Erträgen dieser Spezial-Papiere der Fiskus.  Ab Januar nächsten Jahres wird auf Zinsen und Inflationsausgleich pauschal 25 Prozent Abgeltungsteuer fällig, zuzüglich Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer. Trotzdem bleibt die Kaufkraft unter dem Strich erhalten – und 801 (Verheiratete: 1.602) Euro Kapitaleinkünfte im Jahr bleiben ja ohnehin steuerfrei.

Übrigens: Die Anti-Inflations-Anlage ist nicht etwa eine Erfindung moderner Finanzexperten. Schon im 18. Jahrhundert gab der US-Staat Massachusetts Schuldverschreibungen heraus, deren Zins zum Beispiel an die Entwicklung des Silberpreises der Londoner Börse gekoppelt war. Heute gehören die USA zu den bedeutendsten Herausgebern inflationsgeschützter Anleihen.

Andere seriöse Emittenten sind europäische Länder wie Frankreich und Großbritannien. Seit 2006 bietet auch die Bundesrepublik die Spezial-Anleihen zum Kauf an (www.deutsche-finanzagentur.de). Die Bund-Papiere haben Laufzeiten bis 2013 oder 2016, lassen sich aber täglich kaufen und verkaufen.

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