Fairness-Index für 28 Länder

Gerechtigkeit – Deutschland im Vergleich mit anderen Industriestaaten


Was „gerecht“ ist, darüber kann man lange streiten – schon weil „Gerechtigkeit“ ganz verschiedene Facetten hat. Wissenschaftler unterscheiden sechs wichtige Dimensionen: Da gibt es die Bedarfsgerechtigkeit, die Chancengerechtigkeit, die Regelgerechtigkeit, die Einkommensgerechtigkeit, die Leistungsgerechtigkeit und nicht zuletzt die Generationengerechtigkeit.

Mal alle sechs Aspekte in den Blick nehmen: Nach dieser Devise haben Wissenschaftler des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) einen „Internationalen Gerechtigkeitsindex“ entwickelt. Dafür werteten sie 32 Einzelindikatoren aus, von der medizinischen Versorgung der Einwohner über die frühkindliche Bildung und die Frauenerwerbstätigkeit bis zur Korruptionsbekämpfung. Ergebnis: Unter 28 analysierten Industriestaaten steht Deutschland auf Platz 7.

An der Spitze liegen skandinavische Länder, Südeuropa und die USA landen im IW-Ranking auf hinteren Plätzen. „In den einzelnen Ländern hat sich das Gesamtniveau der Gerechtigkeit seit dem Jahr 2000 meist nur wenig geändert“, schreiben die Forscher, die die einzelnen Daten auch rückblickend aufbereitet haben.

Handlungsbedarf wird vom IW in Sachen Chancengerechtigkeit angemahnt: Zwar habe sich Deutschland da in den letzten Jahren schon deutlich verbessert – „doch mit dem Mittelfeldplatz 14 kann Deutschland in dieser als sehr wichtig empfundenen Gerechtigkeitsdimension nicht zufrieden sein“.

Da dürften nicht viele widersprechen. Denn bei einer Allensbach-Umfrage zum Thema „Was ist soziale Gerechtigkeit?“ bekam die Antwort „Alle Kinder haben die gleichen Chancen auf eine gute Schulbildung“ 90 Prozent Zustimmung.

Mehr über den "Internationalen Gerechtigkeitsindex" erfahren Sie auf der IW-Website: iwkoeln.de

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