Sorgen um Gebärdensprache

Gehörlose sehen durch die Gehörprothese ihre besondere Kultur bedroht

Reden mit Hand und Mimik: Die Sprache der Gehörlosen. Foto: dpa

Berlin. Mithilfe des Hightech-Implantats lernen heute viele gehörlose kleine Kinder sprechen. Das macht manchen der 80.000 Gehörlosen hierzulande Sorgen. Sie sehen ihre Sprache, die Gebärdensprache, gefährdet. Ihr Verband, der Deutsche Gehörlosen-Bund, steht der Technik kritisch gegenüber. Er moniert, dass „Eltern extrem unter Druck gesetzt werden, eine Implantation vornehmen zu lassen“. Er fordert, dass gehörlose Kinder neben Deutsch Gebärdensprache lernen, damit sie sich mit ihren Eltern unterhalten können.

Seit 2009 ist die Gebärdensprache offiziell anerkannt. Gehörlose haben in vielen Situationen Anspruch auf einen der bundesweit 500 Gebärdensprach-Dolmetscher, beim Arzt, im Amt oder vor Gericht. Deren Berufsverband hält die Gebärdensprache daher zurzeit nicht für bedroht.

Positiv sieht der Deutsche Schwerhörigenbund das Cochlea-Implantat. Es sei eine „tolle Hilfe“, vor allem für Menschen mit fortschreitender Schwerhörigkeit.


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Schon als Kind reicht Nils-Odin Wirsching das Hörgerät nicht mehr. Seitdem trägt er Cochlea-Implantate. Die erfassen den Schall und stimulieren über Elektroden direkt den Hörnerv. Dank dieser Technik kann der junge Mann fast alles.

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