Rettende Police

Gegen Berufsunfähigkeit sollte man sich privat absichern

Ab ins Krankenhaus: Ob der Mensch, der hier von Helfern abgeholt wird, später seinen Job wieder ausüben kann? Foto: fotolia

Soliden Schätzungen zufolge erwischt sie jeden Fünften im Lande – die Berufsunfähigkeit, kurz „BU“. Und wer aus gesundheitlichen Gründen oder nach einem Unfall seinen normalen Job nicht mehr ausüben kann, hat von der Rentenversicherung inzwischen keine große Hilfe mehr zu erwarten: Für alle nach 1960 geborenen Arbeitnehmer tut private Vorsorge not.

Daher zählt eine Police, die bei BU hilft, den gewohnten Lebensstandard zu halten, „zu den wichtigsten Versicherungen“. Das betonen die Verbraucherschützer vom Bund der Versicherten.

Je früher, desto besser

Und sie raten, den Vertrag „so früh wie möglich und bei guter Gesundheit“ abzuschließen – denn je später man sich dazu durchringt, desto höher ist der Beitrag. „Ein Vertragsabschluss mit 40 Jahren ist bei voller Gesundheit ungefähr 40 Prozent teurer als mit 30 Jahren“, warnt der Bund der Versicherten.

Außerdem findet man mit schon deutlich angeschlagener Gesundheit vielleicht gar keinen Anbieter mehr.

Allerdings ist es nicht einfach, sich angesichts einer Vielfalt von Versicherungsfirmen mit teils ganz unterschiedlichen Vertragsbedingungen für ein Produkt zu entscheiden. Helfen können dabei zwei kostenlose Übersichten.

Zum einen erstellt das unabhängige Analysehaus Morgen & Morgen regelmäßig ein „M & M BU-Rating“ – dieser Tabelle lässt sich auf einen Blick entnehmen, wie gut ein bestimmtes Produkt im Marktvergleich liegt. Mit weniger als der Bestnote „ausgezeichnet“ sollte man sich in diesem wichtigen Fall nicht zufriedengeben. Die aktuelle Übersicht (PDF-Dokument) ist hier zu finden: morgenundmorgen.com

Zum anderen hat der Bund der Versicherten ein ausführliches Merkblatt zum Thema erstellt (Hier kostenlos downloaden). Es gibt vor allem auch Tipps zur Frage, auf welche Punkte im Kleingedruckten es besonders ankommt.

Was dann monatlich an Beitrag fällig wird, hängt vom Alter und dem Beruf ab. Eine 20-jährige Bürokauffrau etwa, die sich bis 67 versichern will, um im Fall des Falles 1.000 Euro BU-Rente im Monat zu bekommen, kann solide Policen schon für etwa 35 Euro Monatsbeitrag finden. Wer aber zum Beispiel an Maschinen oder im Lager arbeitet, zahlt teils deutlich mehr.

Wer schwindelt, geht leer aus

Vor Vertragsabschluss sollte man sich zwei Dinge besonders zu Herzen nehmen: Erstens – auf keinen Fall schummeln! Wer bei den Gesundheitsfragen zum Beispiel ein Bandscheiben-Problem oder zu hohen Blutdruck „vergisst“, geht später deshalb meistens leer aus. Und zweitens, wie bei allen Geld-Geschäften: Nichts unterschreiben, was man nicht wirklich verstanden hat.

Übrigens: Manche BU-Police lässt sich mit einer Risiko-Lebensversicherung koppeln, das kann billiger sein als zwei einzelne Verträge.

Ein Leser fragte die AKTIV-Redaktion: Wandert die Altersgrenze bei Policen gegen Berufsunfähigkeit (BU) mit? Die Antwort lesen Sie hier auf AKTIVonline.


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aktualisiert am 09.10.2017

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