Flughafen

Gefrierpunkt bei minus 60 Grad


Chemie sorgt für eisfreie Pisten

Frankfurt. Wer vor der Haustür Schnee fegen muss, weiß, wie mühsam das ist. Aber gleich 750.000 Quadratmeter räumen? Diese Fläche, rund 100 Fußballfelder groß, umfasst die Start- und Landebahnen des Frankfurter Flughafens.

Den Job hat Roland Schwarz übernommen, Objektbereichsleiter Infrastruktur, Flächen und Anlagentechnik. Täglich starten und landen auf dem Airport gut 1.200 Maschinen. Vereiste Bahnen sind da tabu: Ständig ist sein 450-köpfiges Winterteam mit 243 Räumfahrzeugen im Einsatz.

Biologisch abbaubar

An Bord haben sie Enteiser-Flüssigkeiten: „Die müssen schnell wirken und sicher haften, auch bei extrem tiefen Temperaturen“, erklärt Schwarz. Das schafft ein spezielles Gemisch.

Seine Basis ist Kalilauge, die der Chemiekonzern Evonik produziert. Die Mixtur verbindet verschiedene Wirkstoffe (Kaliumhydroxid, Ameisensäure) zu einem wirksamen Auftaumittel (Kaliumformiat). Dieses senkt den Gefrierpunkt von Wasser und lässt Eis und Schnee schmelzen.

Je nach Konzentration lässt sich der Gefrierpunkt auf minus 60 Grad Celsius absenken. Der Boden gefriert erst wieder, wenn die Flüssigkeit sich so sehr verdünnt, dass ihr Gefrierpunkt über die Temperatur des Bodens steigt.

Zusatzplus: Da bei der Herstellung des Auftauprodukts keine aggressiven Stoffe (Chloride) anfallen, ist es korrosionsarm. Gut für die Umwelt: Es ist komplett biologisch abbaubar. Das Mittel wird an vielen Flughäfen weltweit eingesetzt und gilt in Europa mittlerweile als Standard.

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